Zerbster Gymnasiasten beteiligen sich an einer Pflanzaktion im Fläming. 10 000 Bäume werden neu aufgeforstet.

Golmenglin l Mit 4000 Douglasien hat die Klasse 6/1 den Wald bei Golmenglin aufgestockt. Das war auch dringend notwendig, war doch gerade dieses Stück im August 2013 einem Gewittersturm zum Opfer gefallen, erklärt Revierleiter Toren Reis. Der Förster bestreitet in jedem Jahr mit Schülern des Francisceums solche Pflanzaktionen. Ein Kooperationsvertrag zwischen dem Forstbetrieb Anhalt und dem Gymnasium ermöglicht diese Einsätze.

Auch am vorigen Wochenende war er mit von der Partie. "Meine Aufgabe ist es, die Schüler, Eltern, Großeltern und Geschwister einzuweisen, ihnen zu erklären, wie man richtig einen Baum pflanzt", klärt Toren Reis auf. Das Wichtigste für ihn dabei ist, dass "mit Liebe gepflanzt" wird.

Schnell hatten alle beteiligten den Dreh raus. Mit Feuereifer wurde sich da an die Arbeit gemacht, nachdem alle um 8 Uhr angereist waren. Für die meisten ist es eine ungewohnte Arbeit, die auch schnell an die Substanz geht. "Spätestens nach 30 Minuten werden aber die ersten Jacken und Pullover abgelegt und das ,Schnattern` auf der Fläche hört auf. Waldarbeit ist anstrengend", kann Reis aus Erfahrung berichten.

Da sei es gut, wenn die Eltern helfend zur Seite stehen. Auch bei diesem Mal "bissen die Schüler in der letzten Stunde die Zähne zusammen". Wo die Eltern allerdings weniger helfen, sind die Fragen, die Toren Reis den Schülern zwischendurch während der Arbeit stellt. "Wie heißt das Waldgebiet in dem ihr heute seid? Oder Fragen zur Artenkunde: Baumarten, Tiere, krautige Pflanzen, stelle ich gerne", verrät er.

Bis um 12 Mittag waren die Schüler mit dem Pflanzen beschäftigt, dann war Feierabend. Der Schweiß treibende Einsatz zahlt sich im wahrsten Sinne des Wortes aus. Denn am Ende der Pflanzaktion klingelt es in der Klassenkasse. "Oft nutzen die Schüler das hart verdiente Geld dann für Klassenfahrten", weiß Reis.

Die Klasse 6/1 war an diesem Wochenende nicht die einzige Klasse, die sich für den Forstbetrieb Anhalt engagierte. Die Klassen 7/3 und 9/3 haben zusammen mit den Forstwirten Mario Kleest und Peter im Bereich der Ortschaft Bärenthoren noch weitere Flächen neu bepflanzt. Bepflanzt wurde ganz unterschiedlich mit Baumarten wie Traubeneiche, Rotbuche, Kiefern und Douglasien oder Sträucher wie Heckenrose oder Pfaffenhütchen. Hier wurden noch einmal 6000 Pflanzen in die Erde gebracht.

Der Revierleiter schätzt diese Pflanzaktionen und sieht für alle Beteiligten ein absolutes Plus. Dem Revier wird geholfen, die Klassen erleben etwas und wachsen dadurch noch mehr zusammen. Auch die beteiligten Familienmitglieder erleben ihre Kinder, Enkel oder Geschwister einmal in anderer Umgebung. Dass nicht nur die Arbeit zusammen Spaß macht, bewies dann auch gleich die Klasse 7/3. Ein gemeinsames Abschlusspicknick rundete hier den "Arbeitstag" ab. "Des öfteren wird danach zusammen gegrillt und geklönt", weiß Reis.

Weil es noch viele Gewittersturmschäden vom vergangenen Jahr gibt, freut sich Reis besonders, dass sich noch zwei weitere Klassen angekündigt haben. "Am 26. April wird noch eine siebte Klasse und am 3. Mai eine zehnte Klasse zum Pflanzen kommen. Und dann geht es im Frühjahr 2015 in die nächste Runde", blickt er positiv in die Zukunft.