Die Initiative des Tourismusvereins Barby zur Rettung der Elbbrücke bewegt die Massen. Eine Unterschriftensammlung ist zum Selbstläufer geworden. Mehrere Aktionen stehen in den kommenden Wochen auf dem Programm der Arbeitsgruppe.

Barby l Wer hätte das gedacht: Innerhalb einer Woche (!) unterschrieben rund 1800 Menschen die Listen zum Erhalt der Barbyer Elbbrücke. "Ein unglaublich gutes Ergebnis, mit dem wir nicht im Traum gerechnet hatten", freut sich Klaus Bittrich vom Tourismusverein Grafschaft Barby. Und es sind weitere Listen unterwegs, die noch nicht ausgezählt sind. "Unser Ziel waren so 500, 600 Unterschriften", gesteht Bittrich.

Die Listen sollen Ende April dem Petitionsausschuss des Landtages übergeben werden, der das Thema anschließend auf die Tagesordnung heben wird. Das hoffen jedenfalls die Organisatoren.

Facebook-Auftritt

In den nächsten Tagen soll die 2004 stillgelegte Elbbrücke auch bei Facebook und auf einer gesonderten Homepage ins Licht der breiten Öffentlichkeit gerückt werden. "Dort wird eine Rubrik eingerichtet, wo Leute, die nicht in Barby wohnen, ihre Unterschrift leisten können", informiert Klaus Bittrich. Telefonische Anfragen hätte es mehrere gegeben. Meist sind es ehemalige Barbyer, die fern der alten Heimat leben und sich mit ihr verbunden fühlen. Und die absolut nicht begreifen können, wie man so ein geschichtsträchtiges Baudenkmal abreißen könnte.

Ein Aufkleber ist in Arbeit, auch mit Stickern am Revers sollen die Abrissgegner Farbe bekennen können. Beides soll spätestens beim Brückenfest am 12. Juli unter das Volk gebracht werden. Dieser Termin wurde jetzt festgezurrt, da am selben Tag auch das Web-Radio Magdeburg die "Sommerparty, in Erinnerung an das Hochwasser 2013" auf die Beine stellt. Das geschieht unterhalb des Barbyer Schlossparks.

"Wir hatten ursprünglich einen anderen Termin im Auge, haben dann aber erkannt, dass man zusammen mehr erreicht", räumt Klaus Bittrich ein. Angedacht ist zudem ein Brückenlauf, den der SSV Blau Weiß auf die Beine stellen soll. "Uns schwebt auch vor, die Elbbrücke an diesem Tag zu illuminieren", verrät Bittrich. Bis dahin ist aber noch jede Menge zu tun. Die Koordination zum Brückenerhalt hat eine Arbeitsgruppe übernommen, die unter dem Dach des Tourismusvereins tätig ist.

Vortrag über die Strecke

Der nächste öffentlichkeitswirksame Termin ist Freitag, der 25. April. Unter der Überschrift "Die Brücke muss bleiben" wird der Barbyer Verkehrsingenieur und Buchautor Jürgen Krebs einen Vortrag über die 135-jährige Geschichte der Barbyer Elbbrücke halten. Das geschieht ab 18 Uhr im "Grünen Anker" am Markt. Wer sein Buch über die Kanonenbahn gelesen hat, dürfte sicher sein, dass das kein staubtrockener Fach-Vortrag wird.

Anmerkung am Rande: Wie sehr das Thema die Barbyer bewegt, beweisen auch die Reaktionen im sozialen Netzwerk Facebook. Als am Dienstag mehrere Aufkleberentwürfe gespostet wurden, gingen die Kommentare zeitweise im Minutentakt ein.