Ballenstedt/Zerbst (jkd) l Die Landessynode der Evangelischen Landeskirche Anhalts hat am vergangenen Wochenende Joachim Liebig für eine weitere Amtszeit zum Kirchenpräsidenten und Leitenden Geistlichen der Landeskirche gewählt. Die Synodalen sprachen sich mit 34 von 38 möglichen Stimmen für den 56-Jährigen aus.

Liebig ist seit dem 1. Januar 1999 Kirchenpräsident. Weiterhin wählte die Synode Pfarrerin Ramona Eva Möbius im dritten Wahlgang mit 20 Stimmen in das Amt einer theologischen Oberkirchenrätin. Frau Möbius wird damit ebenso dem Landeskirchenrat der Landeskirche angehören wie Kirchenpräsident Joachim Liebig und der Finanzdezernent und leitende Jurist, Oberkirchenrat Dr. Rainer Rausch.

Ramona Eva Möbius tritt Anfang 2015 die Nachfolge von Oberkirchenrat Manfred Seifert an, der aus Altersgründen nicht noch einmal kandidiert hatte. Als Dezernent ist Seifert seit 1994 unter anderem zuständig für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, den schulischen Religionsunterricht, die Diakonie, die evangelischen Grundschulen in Anhalt sowie die Kirchenmusik.

Nach der Wahl sagte Ramona Eva Möbius: "Ich freue mich sehr über die Wahl und die neuen Aufgaben, die jetzt vor mir liegen. Entscheidende Herausforderungen gerade auch in meinem Amt werden der demografische Wandel und die Konfessionslosigkeit in Ostdeutschland sein. Es wird darauf ankommen, wie wir die Anziehungskraft des gelebten Glaubens und der lebendigen Kirche erhalten und ausbauen können". Als weitere wichtige Schwerpunkte nannte Möbius die pädagogische Arbeit gerade in den ländlich geprägten Gegenden Anhalts, aber auch theologische Fragestellungen. Besonders wolle sie auch inklusive Prozesse befördern, also die Integration von Menschen mit Behinderungen in reguläre Schulen, Kindergärten und weitere Bildungsangebote.

Kirchenpräsident Liebig dankte der Synode für das wiederholte Vertrauen. Ein wichtiges Anliegen für seine zweite Amtszeit sei, sich weiter für das Selbstbewusstsein der Menschen in Anhalt einzusetzen. "Denkt man etwa an den Kirchentag 2012 und das Jubiläum Anhalt 800, dann wird deutlich, wie hier Identität wächst und wir Überraschendes schaffen können." In ihrer Überschaubarkeit sei die anhaltische Landeskirche eine zukunftsfähige Form von Kirche und unter anderem durch die kurzen Wege gut geeignet, Menschen persönlich anzusprechen. "Von großer Bedeutung wird neben dem Reformationsjubiläum 2017 auch weiterhin das Thema Bildung sein", sagte Liebig.

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