Am 25. Mai wird gewählt. In Anhalt-Bitterfeld treten vier Kandidaten zur Landratswahl an.

Zerbst l Wenn der Kreistag während seiner Sitzung am 8. Mai alle eingereichten Bewerber billigt, treten am 25. Mai vier Personen zur Landratswahl an. Mit dem aktuellen Landrat Uwe Schulze (CDU) und Ronald König (Freie Wähler) sind zwei bereits von der letzten Wahl im Jahr 2007 bekannt. Kathrin Hinze und Daniel Roi kandidieren erstmals um das höchste Wahlamt im Landkreis.

Ronald König aus Roitzsch (Sandersdorf-Brehna) trat bereits 2007 zur Landratswahl an - damals als SPD-Kandidat. Aus "parteiinternen Gründen" trat er 2009 nach über 20-jähriger Mitgliedschaft aus der SPD aus, verblieb jedoch als parteiloses Kreistagsmitglied in der SPD/Grünen-Fraktion. "Mehr gibt es dazu auch nicht zu sagen. Ich habe dieses Kapitel abgeschlossen und die Zeit seither vermieden, irgendwelche Statements abzugeben." In manchen Positionen der Kreistagsarbeit stimmte er, so König gestern, eher mit den Positionen der Freien Wähler überein. "Zur Wählerliste Sport habe ich bereits seit Jahren gute Kontakte, nicht zuletzt wegen meiner früheren Tätigkeit für den Kreissportbund im Altkreis Bitterfeld", so König. Aus alldem hat er sich nunmehr entschlossen, mit Unterstützung der Wählerliste Sport (sie tritt im Verbund mit anderen Wählergemeinschaften als Listenverbindung Freie Wähler an) erneut als Landrat zu kandidieren.

Der 52-jährige Uwe Schulze aus Tscherndorf ist der Amtsinhaber. Bereits 2001 wurde er Landrat, damals im Altkreis Bitterfeld. 2007 gewann er mit 70,1 Prozent der Stimmen die Stichwahl gegen Ronald Maaß (Die Linke), als der erste Landrat des neu gebildeten Landkreises Anhalt-Bitterfeld bestimmt wurde. Schulze ist seit der Wende politisch aktiv: von 1990 bis 2002 Landtagsabgeordneter, zwischen 1999 und 2001 Kreistagsmitglied, zwischen 1994 und 1998 Landesvorsitzender der Jungen Union, seit 1995 Mitglied im CDU-Landesvorstand.

Auch Kathrin Hinze kennt sich auf der politischen Bühne aus. Die 51-jährige Akener Stadträtin ist Mitarbeiterin der Dessau-Roßlauer Stadtverwaltung. Sie hatte bereits im Jahr 2008 das Bürgermeisteramt in Aken angestrebt. Sie war außerdem lange Jahre Mitglied in Elternvertretungen, gehörte dem Bundeselternrat an und war drei Jahre lang Vorsitzende des Landeselternrates.

Vierter möglicher Kandidat ist Daniel Roi. Der 26-Jährige studiert im Master Agrarwissenschaften, Schwerpunkt Ökonomie und Politik. Zwischenzeitlich war er im Landwirtschaftsamt tätig. Er ist Vorsitzender eines gemeinnützigen Vereins zur Förderung der Feuerwehrjugend und des Sportes. Roi ist Kreisvorsitzender der "Alternative für Deutschland". Die AfD tritt erstmals zu Kommunal- und Landratswahlen an. "Ich verstehe Politik als Dienst an der Gesellschaft und nicht als Dienst an sich selbst", stellt Roi als sein persönliches Credo allen parteipolitischen Zielen voran.

Weder die SPD, die FDP noch die Grünen als im Kreistag etablierte Parteien stellen einen eigenen Landratskandidaten. Über die Gründe kann man nur spekulieren. Fragen, ob es an geeigneten Kandidaten mangele, werden mit Schulterzucken beantwortet. Der Wahl am 25. Mai folgt gegebenenfalls zwei Wochen später eine Stichwahl.

   

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