19 der insgesamt aktuell 266 im Stiftungsverzeichnis Sachsen-Anhalts verzeichneten Stiftungen stammen aus Anhalt-Bitterfeld. Hier wiederum führt Zerbst mit sechs Stiftungen, darunter einige der landesweit ältesten, den Stiftungsbestand an.

Zerbst/Halle l "Stiftungen haben im Land Sachsen-Anhalt eine Jahrhunderte lange Tradition", so der Präsident des Landesverwaltungsamtes, Thomas Pleye. Seine Behörde ist die Stiftungsbehörde in Sachsen-Anhalt, und sie veranstaltete vor wenigen Tagen den 5. Stiftungstag. "Die Bürger in unserem Land zeigen, dass ihnen diese Traditionen wieder wichtig sind und sie diese auch fortsetzen möchten. Viele der neuen Stiftungen tragen dazu bei, historische und regionale Errungenschaften zu erhalten und sie auch nachfolgenden Generationen erlebbar zu machen. Andere Stiftungen widmen sich beispielsweise sozialen, kulturellen- oder Bildungszwecken und tragen so mit dazu bei, das Leben in ihren Heimatorten lebenswerter und schöner zu machen."

Im Landkreis Anhalt-Bitterfeld sind 19 Stiftungen ins Stiftungsverzeichnis eingetragen, vier davon in den letzten zehn Jahren. Dazu gehören die Stiftung Kindertageseinrichtung Raguhn und die Stiftung "Zukunftssicherung Standort Thalheim". "Stiftungen haben auch im Landkreis Anhalt-Bitterfeld eine lange Tradition", so Pleye. "Mit der 1609 errichteten `Hortich-Stiftung in Aken` und dem Christian-Friedrich-Weiderschen Legat im Ortsteil Jeßnitz/Raguhn-Jeßnitz von 1709 sind einige der ältesten Stiftungen unseres Landes im Landkreis tätig." Noch älter sind die Stiftung "Geistliches Stift zu St. Bartholomäi (1300), das "Lietzo`sches Familienstipendium in Zerbst" von 1369 oder das "Küchmeister- und Sieberlehn`sches Stipendium zu Zerbst" von 1398. Älteste Stiftung in Sachsen-Anhalt ist die Stiftung "St. Katharinen-Hospital" von 1151.

1947 waren fast 1800 Stiftungen auf dem Gebiet Sachsen-Anhalts registriert. Aktuell gibt es rund 100 Altstiftungen, die rein faktisch fortbestehen, da sie nie aufgelöst wurden.