Drei neue Porträts zieren verschiedene Räume im Zerbster Schloss. Es sind Persönlichkeiten, die bereits zu Zeiten der Fürsten Anhalts dort die Wände zierten.

Zerbst l Preisverleihungen sind gleich aus mehreren Gründen von Vorteil. Zum einen ziehen sie Aufmerksamkeit auf den Geehrten und dessen Engagement. Zum anderen sind sie auch Kontaktbörsen. Von der Verleihung des Landesdenkmalpreises an Dirk Herrmann im vergangenen Jahr profitiert nun auch der Förderverein Schloss Zerbst und somit die Allgemeinheit.

Drei neue Porträts adliger Persönlichkeiten zieren nun Wände im Zerbster Schloss. Sie sind Kopien von Gemälden der Kulturstiftung DessauWörlitz, die dem Förderverein erlaubt hat, diese im Schloss zu zeigen. Möglich macht das der gute Kontakt Herrmanns zum Direktor der Kulturstiftung, Dr. Thomas Weiss. Dieser war Herrmanns Laudator im Rahmen der Vergabe des Landesdenkmalpreises.

Im Audienzgemach hängt nun ein Porträt von Friedrich August von Anhalt-Zerbst (1734-1793) oberhalb des einstigen Kamins. 1743 entstand das Gemälde. "Ursprünglich hing dort ein Porträt von Friedrich August, das ihn als Regent zeigte", erklärt Dirk Herrmann. Ein historisches Bild links daneben macht dies deutlich. Das neue Motiv zeigt den Regenten im Kindesalter. Maler dieses Werkes ist Nikolaus Bruno Belau. Belau gestaltete in diesem Raum einst auch ein Deckengemälde.

"Die Werke sind eine große Bereicherung für das Schloss", betont Dirk Herrmann. Die Kosten der Kopieerstellung trägt der Förderverein. Außerdem war es notwendig, für die Bilder Rahmen anfertigen zu lassen. "Das ist in Jena geschehen. Es braucht große Rahmen, damit die Werke ihre Wirkung entfalten können", sagt Herrmann. Zudem sind die Wandflächen unterhalb der Werke geweißt worden, um die Bilder noch besser von den Schlosswänden abzuheben.

Das zweite Porträt zeigt Karl Alexander von Lothringen (1712-1780), den Bruder des österreichischen Kaisers Franz I. Stephan. Dieses Porträt hat ebenfalls Platz in einem Schloss-Raum gefunden, in dem einst ein Bildnis dieses Mannes hing. Das Original kann noch heute im Gotischen Haus im Gartenreich DessauWörlitz betrachtet werden.

Das letzte Porträt im Bunde zeigt den Anhaltischen Fürsten Christian August (1690-1747). Auch dieses Bildnis hat wieder seinen Platz in jenem Zimmer erhalten, in dem schon früher sein Porträt hing. "Damals war hier jedoch eine ganzfigurliche Darstellung zu sehen", erklärt Dirk Herrmann. Beide Bildnisse stammen aus der Werkstatt von Antoine Pesne.

Während der Schlossöffnung am Spargelfestwochenende - am 10. und 11. Mai - können Besucher die Räume mit den Porträts besichtigen. Das Schloss ist jeweils von 14 bis 17 Uhr geöffnet.