Zum zweiten Mal innerhalb von sieben Tagen wurde am Freitag eine Sonderausstellung im Zerbster Schloss eröffnet. Präsentiert wird sie vom Internationalen Förderverein "Katharina II.".

Zerbst l "Ich freue mich, Sie genau heute am 2. Mai 2014 hier zur Vernissage begrüßen zu können", verweist Tatyana Nindel, Vorsitzende des Internationalen Fördervereins "Katharina II.", zu Beginn der gut besuchten Ausstellungseröffnung auf den besonderen Tag.

Vor 285 Jahren wurde Prinzessin Sophie Auguste Friederike von Anhalt-Zerbst geboren, die spätere Zarin Katharina II.. "Das ist die Frau, die trotz der Schwierigkeiten, die im Moment herrschen, unsere Völker Deutschland und Russland für immer verbunden hat, die Frau, zu deren Ehren unser Verein besteht und die Frau, dank der Zerbst und Puschkin vor 20 Jahren zu Städtepartnern wurden", so die Vereinsvorsitzende.

Zeugnisse dieser Städtepartnerschaft sind gleich zwei Sonderausstellungen, die die Besucher in dieser Saison im Schloss bewundern können. Vor einer Woche wurde "Zarskoje Selo - Die Sommerresidenz der Zaren Russlands" wiedereröffnet, eine Kooperation des Fördervereins Schloss Zerbst mit dem Staatlichen Museumsreservat "Zarskoje Selo" Puschkin/St. Petersburg. Eine Schloss-Etage höher zeigt der Katharina-Verein nun "Mundus sensibilis - die sinnlich wahrnehmbare Welt" mit Bildern der St. Petersburger Malerin Elena Orlova-Afinogenowa. Tatyana Nindel erinnert daran, dass die Ideen für beide Ausstellungen im Rahmen der Einweihung der Zerbster Katharina-Route 2012 entstanden. Daran nahmen auch Olga Taratynova, Direktorin des Staatlichen Museumsreservats, und die Leiterin des Puschkiner Stadtmuseums, Natalia Davydova, teil.

Im städtischen Museum Puschkin, aber auch in St. Petersburg hängen die Bilder Elena Orlova-Afinogenowas zur Zarenfamilie Romanow, einem Thema, dem sie sich seit vielen Jahren widmet. Kopien dieser Bilder sind in der Zerbster Ausstellung zu sehen. Außerdem zeigt die Malerin, die von sich selbst sagt, eine Romantikerin zu sein, in Zerbst Stillleben, ihr Lieblingsgenre.

Olga Tsutskowa, die mit Elena Orlowa-Afinogenowa am von Katharina II. gegründeten Repin-Institut in St. Petersburg studiert hat, nennt sie in ihren Worten zur Vernissage eine der bedeutendsten Künstlerinnen, die, inspiriert von den Traditionen besonders des 18. Jahrhunderts, diese weiterlebt und sich damit für die Verbindung zwischen europäischer und russischer Kunst einsetzt.

Elena Orlova-Afinogenowa selbst freut sich "außerordentlich, dass meine Bilder in diesem wunderschönen Schloss ausgestellt werden können, in dem Katharina selbst gewesen ist. Das ist für mich wie ein wunderbarer Traum. Mit ihr ist die Blütezeit Russlands, die Entwicklung unserer Kultur verbunden. Sie ist die genialste Kaiserin, die wir jemals gehabt haben". Und es sei interessant, wie sich Geschichte, Räumlichkeiten und die Bilder nun vereinen. Auch sie hofft an dem Tag, an dem nicht nur Katharina, sondern auch ihre Tochter Geburtstag hat, "dass die Verbindung zwischen dem deutschen und dem russischen Volk fortbesteht und stärker wird".

Gerade im Moment seien "kulturelle Kontakte wichtiger denn je", betont Bürgermeister Andreas Dittmann (SPD). Er wünscht sich, dass von der Vernissage mit dem Miteinander von Deutschen, Russen und Ukrainern auch ein kleiner Impuls in die Welt geht. Gespannt, "was wir in der Städtepartnerschaft noch gemeinsam auf den Weg bringen", würdigte er auch das Engagement inzwischen mehrerer Vereine für die Revitalisierung des Schlosses.

Als "gute Fee" begrüßte Tatyana Nindel dieses Mal Markus Klatte. Der Vorstandsvorsitzende der Kreissparkasse Anhalt-Bitterfeld und Vertreter der Sparkassenstiftung Anhalt-Zerbst übernahm diese Rolle gern und übergab der Vereinsvorsitzenden einen symbolischen Scheck über 1000 Euro. Das Geld unterstütze die Ausstellungspräsentation, so Tatyana Nindel mit "einem großen Dank an unseren langjährigen Förderer".

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