Das ökologische Gleichgewicht halten, ist eine wichtige Aufgabe, die Insekten übernehmen. Doch durch die zunehmende Zivilisation fallen natürliche Lebens- und Unterschlupfräume für sie weg. Mit dem Team des Kornmuseums bastelten einige Kinder deshalb für die heimischen Gärten Insektenappartements.

Nutha l Statt Summen und Brummen hört man es am Kornmuseum Nutha am Sonnabend eher Klopfen, Hämmern und Tackern. Doch mit den Insektenhotels, die an diesem Nachmittag dort entstehen, wird es zukünftig von Wildbienen, Hummeln, Fliegen, Wespen und anderen Insekten in einigen Gärten nur so wimmeln.

So ist es auch gedacht, sagen die Landfrauen des Kornmuseums. Deshalb bauen sie in diesem Jahr mit allen Interessierten schon zum vierten Mal Insektenhotelkästen. Beim ersten Mal bekam das Kornmuseum vor vier Jahren selbst ein mannshohes Insektenhotel. "Das kam so gut an, alle waren so begeistert, dass wir beschlossen, zukünftig solche kleinere Varianten zum Mitnehmen zu bauen", erzählt Landfrau Roswita Schröder.

Seitdem ist die ökologische Bastelstunde der Insektenappartements zu einem der Höhepunkte im Veranstaltungsjahr des Kornmuseums geworden. Auch dieses Mal ist reger Zulauf zu verzeichnen. Und das nicht nur von nahe gelegenen Dörfern, sondern auch aus Zerbst selbst sind einige interessierte Familien angereist.

"Wir haben davon in der Zeitung gelesen. Und nachdem uns hier das Eierfärben vor Kurzem so großen Spaß gemacht hat, dachten wir, kommen wir heute wieder", erzählt Bianca Stephan, die mit Töchterchen Mara-Lynn angereist ist. Die beiden taffen Zerbsterinnen sind zum zweiten Mal am Kornmuseum und total begeistert. "Ich mag die ländliche Atmosphäre hier sehr. Alle sind sehr nett und engagiert", meint Bianca Stephan. Die kleine Familie hat in Zerbst einen Garten, in dem das Insektenappartement aufgehängt werden soll. "Das ist ja eigentlich schon ein richtiger Trend. Und statt eines im Baumarkt zu kaufen, können wir hier eins selbst gestalten. Und das sieht auch richtig gut aus", ist die junge Mutter begeistert. Währenddessen stopft Töchterchen Mara-Lynn noch die letzten Strohhalme in den 40 mal 40 Zentimeter großen Kasten. Vorher hat sie schon kleine Tontöpfe, Tannenzapfen, Schilf, Steine und Lehm in dem Kasten untergebracht. Zum Schluss wird alles mit Maschendraht zugetackert, um Halt zu geben. "Fertig für den Erstbezug", scherzt Helfer Thomas Franke.

Die Anregung zu dieser Bastelidee holten sich die Landfrauen anfänglich auf der Landesgartenschau in Aschersleben. Ein paar weitere Anleitungen und Tipps aus dem Internet brachten letztlich das Nuthaesche Insektenappartement heraus. Damit ist dieser Nachmittag ganz im Sinne des Kornmuseums gestaltet: naturverbunden und traditionell.

Absolut begeistert von diesem Nachmittag sind auch Lilli Sophie und Hannah Amelie. Sie sind mit Mama Ulrike Doil, großer Schwester und Papa aus Zerbst da. "Wir sind das erste Mal hier und finden es richtig toll", schwärmt Ulrike Doil. Die Kinder können kreativ, handwerklich tätig werden, "sie werden in alle Vorgänge eingebunden, vom Sammeln über Stopfen bis zum Fegen", stellt die Mutter fest.

Unter den zahlreichen Veranstaltungen, die das Kornmuseum macht, ist das eine der besucherstärksten, weiß Roswita Schröder. Die nächste Veranstaltung, "Was wächst denn da am Wegesrand?" am 24. Mai, ist vollkommen neu im Programm. "Wir sind gespannt, wie das ankommt", sagt die Landfrau. Sie ersetzen damit "Backen mit alten Formen". "Das lief anfangs richtig gut, doch 2013 war so schmaler Zulauf, dass wir uns für etwas Neues entschieden."

 

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