In den Wohngebieten zwischen Biaser Straße und Tochheimer Chaussee gilt mit Ausnahme der Lepser Straße seit Mitte April Tempo 30. Gestern wurde das Limit erstmals kontrolliert - ausgerechnet im Waldfrieden, was einzelne Zerbster erboste.

Zerbst l "Ich akzeptiere jede Maßnahme und Kontrolle, wenn sie an einem tatsächlichen Unfallschwerpunkt oder an gefährlicher Stelle vorgenommen wird. Auf dem Parkweg durch den Waldfrieden zu blitzen, halte ich hingegen für unverschämt." Der Mann wollte seinen Namen aus der Redaktion bekannten Gründen nicht veröffentlicht wissen, als er gestern Vormittag anrief. Unterstützung erhielt der Volksstimme-Leser durch weitere Äußerungen. "Ich halte das für ein total falsches Signal. Wir haben im Amtsmühlenweg eine Grundschule, wo Tempo 30 genauso gilt. Aber da wird nicht geblitzt!", meinte ein anderer.

Tatsächlich wurde im neu eingerichteten 30er-Gebiet gestern Vormittag erstmals geblitzt. Man habe den Bürgern eine gewisse Eingewöhnungszeit gelassen, jetzt würden immer mal wieder Kontrollen stattfinden, sagte Michael Däumich, Sprecher des Polizeirevieres Anhalt-Bitterfeld. Wo konkret Kontrollen angesetzt werden, obliege der Verkehrsüberwachungsgruppe des Polizeirevieres in Absprache mit den örtlich zuständigen Kommissariaten. "Selbstverständlich wird es nicht bei dieser einen Kontrolle bleiben. Und selbstverständlich werden auch andere Bereiche Kontrollen unterzogen. Der Amtsmühlenweg mit der Grundschule zum Beispiel, aber auch der Brauereiweg. Von dort war ja schließlich auch der Auslöser zum Einrichten des Tempolimits gegeben worden", so Däumich.

Seit knapp einem Jahr bemühten sich Anwohner des nicht ausgebauten Abschnittes des Brauereiweges um ein Tempolimit. Dieser werde selbst von Lkw als Abkürzung und entsprechend zügig benutzt, was dem Bereich regelmäßig Staub und Dreck beschert. Im unbefestigten Abschnitt des Brauereiweges entstehen immer mehr Eigenheime, ohne dass für diesen Bereich ein Straßenausbau absehbar oder gar geplant ist.

Die Stadtverwaltung hat sich nach anfangs verhaltenen Reaktionen im Februar des Themas angenommen. Nach einem Ortstermin aller involvierten Behörden und Einrichtungen wurde das Einrichten von Tempo 30-Zonen favorisiert. Dieses Limit gilt für alle Nebenstraßen zwischen der Biaser Straße und Lepser Straße sowie zwischen Lepser Straße und Tochheimer Chaussee, also auch den Springberg.

Gestern Vormittag wurden im Waldfrieden 350 Fahrzeuge gemessen. 26 waren zu schnell, einer muss sogar ein Bußgeld zahlen. Er war mit 64 km/h unterwegs - viel zuviel für eine Verwarnung.