Zum ersten Mal findet eine Feuerwehrübung des Ausrückverbundes 2 in Steckby statt. Die Kameraden wurden am Sonnabendmorgen vom Alarm überrascht. Einsatzort: Der Saal in Steckby.

Steckby l Dichter Rauch nimmt die Sicht im Saal in Steckby. Zwei Menschen liegen regungslos im Raum. Dann heulen plötzlich die Sirenen auf und zerreißen morgendliche Stille am Sonnabend in Steckby.

Es ist 8.24 Uhr, die Übung für den Ausrückverbund 2 hat begonnen. Sorgsam hatte Steckbys Ortswehrleiter Maik Düben die erste Übung für alle Wehren des Ausrückverbundes seit Tagen vorbereitet. Noch nie gab es eine Einsatzübung in Steckby, das wollte er unbedingt ändern. Jetzt steht er - nach außen ruhig - mit einem Notizblock in der Hand da und wartet ab, ob alles so läuft wie es soll.

Zwölf Minuten ist die gesetzliche Vorgabe, in der die Feuerwehr nach Alarm am Einsatzort sein soll - die erste Hürde für die Wehren. Doch zehn Minuten nach dem Sirenenheulen ist das Feuerwehrsignal auf den Einsatzfahrzeugen zu hören, Sekunden später biegen die Kameraden der Feuerwehr Steckby in die Hauptstraße ein. Ein zufriedener Ausdruck macht sich auf Dübens Gesicht breit. Drei Minuten später stößt die Feuerwehr Steutz dazu, wenig später kommen auch Leps und Bias.

Anfänglicher Einsatzleiter Rudolf Richter jr. macht sich ein Bild der Situation, die Atemschutzgeräteträger machen sich bereit, dann geht es los. Etwas mehr als 20 Minuten nach der Alarmierung gehen jetzt die ersten zwei Kameraden rein, 8.51 Uhr wird das erste Übungs-Opfer aus dem Saal gerettet. "Das hätte ein wenig schneller gehen können", kommentiert Maik Düben leise. Auch dass die beiden Kameraden aufrecht reingehen, entspricht nicht dem Standard. "Das ist aber mit etwas Auffrischung und Übung schnell bei den Kameraden wieder verinnerlicht", ist sich Stadtwehrleiter Jürgen Dornblut sicher. Auch er wohnt der Übung bei und sieht genau zu, was die Kameraden machen.

Nicht nur Opfer müssen gefunden werden, auch die Wasserversorgung bei einem Brand muss sicher gestellt werden. Dazu greifen die Kameraden auf den Pfaffensee und auf das Wehr bei Steckby zurück. Einmal müssen etwa 340 Meter Schlauch gelegt werden, beim Pfaffensee sind es sogar 760 Meter. Nach 18 Minuten steht die erste Versorgung, die zweite nach 45 Minuten - der Löscheinsatz kann gestartet werden.

Nach 114 Minuten ist die Übung vorbei. Ortswehrleiter Maik Düben zieht Bilanz: "Das Ziel wurde prinzipiell erreicht - es waren genügend Atemschutzgeräteträger da, die Opfer wurden gerettet und die Wasserversorgung wurde gestellt", konstatiert er. Der Teufel liegt nur im Detail. "Die Wasserentnahmestellen waren zu weit entfernt, das kostete zu viel Personal und ist sehr witterungsabhängig. Prinzipiell waren auch nicht so viele Kameraden da, wie wir erwartet hatten. Vor allem Bias und Steutz waren schlecht besetzt. Aber hier sind die Frauen aus Steutz zu loben, die die harte Arbeit der Wasserstreckenlegung auf sich genommen haben. Beim Einsatz des Atemschutzes sollten wir auch noch mal etwas auffrischen", bilanziert er und fasst zusammen: "Künftig sollten wir etwas konzentrierter bei der Ausbildung sein und Grundtätigkeiten öfter wiederholen."

Auch bei Stadtwehrleiter Jürgen Dornblut bleibt nach der Übung einiges hängen. Die Alarmierung läuft eigentlich heutzutage über Pieper, allerdings haben nur etwa 70 Prozent der Kameraden in den Zerbster Ortswehren einen. In den Dörfern gibt es zwar noch Sirenen, "aber die neuen Fenster sind sehr schalldicht, so dass manch Kamerad es schon einmal nicht hören kann", so Dornblut. Andererseits wird überlegt, ob man in Zerbst wieder Sirenen installiert. "Für den Katastrophenschutz, aber es ist eine Kostenfrage."

Außerdem habe er wieder gesehen, dass in Steckby der Grundschutz nicht ausreiche. "Eigentlich sollte die nächste Wasserquelle zur Absicherung der Wasserversorgung in etwa 300 Metern Entfernung sein. Es müssen 800 Liter pro Minute für zwei Stunden da sein", weiß er. Deshalb müsste Steckby zügig in der Risikoanalyse berücksichtigt und auch umgesetzt werden.

   

Bilder