Zerbst l Pilger ziehen in diesem Sommer in Zerbst ein. Wie es dazu kam, ist Pfarrer Thomas Meier bestens bekannt, denn er ist Urheber der Idee. Alles begann mit einer Gruppe von zehn Männern. Nach einer Pilgerreise nach Athos kamen sie auf den "Pilgergeschmack und man sah sich nach einem neuen Pilgerweg um. Und warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute so nah ist? Der Luther-Pilgerweg ist schließlich vor der Tür.

2009 machten sich die Männer also auf den Weg. In jedem Jahr liefen sie Strecken des Weges ab - bis sie 2013 in Wittenberg ankamen. "Jetzt steht eigentlich die letzte Strecke vor der Tür. In diesem Jahr wollen wir vom 12. bis 14. Juni von Wittenberg bis Zerbst pilgern", kündigt Thomas Meier an. Aber dieses Mal nicht allein als "Zehner-Gruppe". "Wir suchen Weggefährten. Leute, die mit uns pilgern wollen", erklärt der Pilgererfahrene das Vorhaben.

Um es für viele Leute attraktiv zu machen, haben die Männer der Pilgergruppe beschlossen, "auf der letzten Etappe dem Lutherweg untreu zu werden." "Wir haben beim Pilgern die Erfahrung gemacht, dass der Lutherweg oftmals komische Wege einschlägt und oft mehr Fahrrad-affin ist als attraktiv für Leute, die zu Fuß unterwegs sind", beschreibt Meier, wie es zu der Idee für die neue Streckenführung kam. Jetzt soll es von Wittenberg losgehen, weiter über Coswig bis Klieken. Da soll am ersten Tag Schluss sein. An Tag Zwei führt die Strecke von Klieken über Thießen bis Garitz. Tag Drei ist die Endstrecke von Garitz über Trüben, Bonitz, Bone bis Zerbst.

"Wir haben einfach so viele schöne Kirchen, dass wir beschlossen haben, sie abzuwandern", sagt Meier. "Und wir würden uns über viele andere Pilger freuen", ergänzt er noch. Damit meint er aber nicht nur Leute, die alle drei Tage und alle Strecken mit laufen wollen. "Es geht um die Leute, die an der Pilgerstrecke wohnen. Sie möchten wir auch ein Stück mitnehmen. Jeder kann an jedem Ort und zu jeder Zeit dazustoßen. Sei es für einen Tag, für eine Strecke, zu Fuß oder mit Fahrrad. Wir freuen uns über jeden Wegbegleiter, jede Begegnung."

Der Pilgerweg bietet für Dazustoßende oder nur kurz Interessierte alle möglichen Wegstrecken. Von einem bis elf Kilometer lange einzelne Strecken ist für jede Kondition etwas dabei. Denn immerhin stehen zwölf Kirchen zur Besichtigung, zum Beten, zum Erleben für die Pilger offen. "Fast alle Kirchen sind entschlossene Kirchen, die jederzeit betreten werden können. Die wenigen, die noch verschlossen sind, öffnen für uns an diesen Tagen", kann Pfarrer Meier schon sagen.

Besonderer Höhepunkt an jedem Tag ist das abendliche gemeinsame Grillen der Pilger und auch jeweils ein Konzert in der Kirche des Ortes. "Auch dazu laden wir die Leute ein, vorbei zu kommen", betont der Pfarrer.

In Zerbst angekommen, können sich die Pilger über das Schleibankfest freuen, das der Lions-Club an diesem Tag veranstaltet. "Wir freuen uns auf das Fest. Der Lions-Club hat alle Gemeinden, Anwohner und Interessierte eingeladen. Deshalb würden wir uns vor allem auf der letzten Strecke von Bone nach Zerbst über viele Teilnehmer freuen", fordert Meier nochmals auf.

Wer drei oder zwei Tage mitpilgern will, der sollte sich vorher bei Pfarrer Thomas Meier anmelden, damit sich um Unterkunft und Verpflegung gekümmert werden kann. Flyer mit Anmeldekarten und Wegbeschreibungen liegen in allen Pfarrämtern. Die Anmeldung kann auch per Email unter buero@trinitatis.net oder per Telefon (Whatsapp) unter (0176) 20 32 02 66 vorgenommen werden.