Zerbst l Die Zahl der Straftaten im Landkreis Anhalt-Bitterfeld sinkt seit fünf Jahren - über diesen Zeitraum blickt die offizielle Polizeistatistik zurück. Wurden 2009 noch 12 221 Delikte gezählt, waren es im vergangenen Jahr 11 362. Gesunken ist allerdings auch die Aufklärungsquote. Sie liegt aktuell bei 54,6 Prozent. 2011 und 2012 hatten noch Werte über 55 Prozent erzielt werden können.

Die "unterdurchschnittliche Aufklärung bei Diebstahlsdelikten" beruhe auf dem geringen Spurenaufkommen und darauf, dass es wenige oder keine Zeugen gebe, heißt es aus der Pressestelle des Polizeireviers Anhalt-Bitterfeld.

Im 1453 Quadratkilometer großen Landkreis lebten 2013 167 478 Einwohner. Insgesamt 4662 Tatverdächtige listet die Polizeistatistik auf.

Einen Rückgang gibt es unter anderem bei den Sexualstraftaten (73 Fälle), bei besonders schwerem Diebstahl (3014) Betrug (1701) und Rohheit (1528). Dagegen war beispielsweise beim einfachen Diebstahl (2021) ein Zuwachs zu verzeichnen.

Allerdings liegt auch die Aufklärungsquote beim einfachen Diebstahl mit 52,3 Prozent deutlich höher als beim besonders schweren Diebstahl mit 11,8 Prozent.

100 Prozent beträgt die Aufklärungsquote bei den Straftaten gegen das Leben (vier Fälle, einer weniger als 2012). Auch bei den Sexualstraftaten (89 Prozent), bei Rohheit (91,8 Prozent) und bei Betrug (77,4 Prozent) erzielt die Polizei Ermittlungserfolge.

2013 wurden 13 Vergewaltigungen zur Anzeige gebracht (2012: 19), 23 Fälle sexuellen Missbrauchs von Kindern (35) und sechs exhibitionistische Handlungen (5). Gleich geblieben ist mit drei Fällen die Zahl bei der Verbreitung von Pornographie.

Unter Rohheit werden unter anderem Raubstraftaten, Bedrohung und Körperverletzung zusammengefasst. Mehr Fälle als noch 2012 gab es im vorigen Jahr bei Nötigung (105 statt 80) und bei Nachstellungen (89 statt 76).

Dagegen sind Raubstraftaten (61 statt 80), Körperverletzungen (981 statt 1022), Rohheiten gegen die persönliche Freiheit (486 statt 507) und Bedrohung (279 statt 332) zurückgegangen.

Rund zwei Drittel der Straftaten werden in Anhalt-Bitterfeld laut Polizeistatistik von Männern begangen. Die Täter sind meistens zwischen 25 und 40 Jahre (31,8 Prozent) beziehungsweise zwischen 40 und 60 Jahre (28 Prozent) alt. Selten werden Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren auffällig (3,4 Prozent). Auch zwischen 14 und 18 beziehungsweise 18 bis 21 Jahren ist die Quote mit 7,5 und 7 Prozent niedrig.

Während im vergangenen Jahr 113 Autos (2012: 117) gestohlen wurden, waren es im gleichen Zeitraum 990 Fahrräder (2012: 914). Die Diebe brechen in Kraftfahrzeuge ein (623 Mal), verschaffen sich Zutritt zu Wohnungen (286) und Kellern (458) .

730 Ladendiebstähle gingen in die Polizeistatistik ein. 2012 waren es nur 697 Fälle gewesen. Dagegen sind der Diebstahl von Buntmetall (296 statt 335) und Benzin- beziehungsweise Dieselkraftstoff (56 statt 158) rückläufig.

"Eigentumsdelikte und klassischer Diebstahl bleiben die Schwerpunkte", fasst die Pressestelle der Polizei zusammen. Örtlicher Schwerpunkt ist im Landkreis der Bereich Bitterfeld-Wolfen.

Auch weniger Fälle Tankbetrug (221 statt 242) wurden 2013 registriert. Beim Waren- und Warenkreditbetrug (633 statt 719), bei unbaren Zahlungsmitteln und Sozialleistungsbetrug gingen die Zahlen ebenfalls zurück.

Bei den Drogen gibt es dagegen einen deutlichen Trend nach oben. Die Delikte stiegen um 173 Fälle auf 501 an. 68 Mal ist der Handel mit Rauschgiften aufgeflogen. 2012 waren es nur 36 Vorkommnisse gewesen.

Insgesamt sei Anhalt-Bitterfeld ein eher ruhiger und sicherer Landkreis, der eine "hohe Wohn- und Lebensqualität bietet", lautet das Fazit der Pressestelle des Polizeireviers Anhalt-Bitterfeld.