AURA

Mit der "Aura" - der "Auszeichnung für herausragendes unternehmerisches Wirken in Sachsen-Anhalt" - würdigt das Ministerium für Wissenschaft und Wirtschaft Firmen, die neue Wege gehen, querdenken, Bestehendes hinterfragen, innovative Produkte entwickeln und erfolgreich auf den Markt bringen - kurz: Unternehmen mit Ausstrahlung auf die Wirtschaft in Sachsen-Anhalt.

Vertreter von Verbänden, Kammern, Hochschulen, Forschungsinstitutionen, Banken und Gründerzentren sind aufgerufen, preisverdächtige Unternehmen zu benennen.

Die Auswahl der Preisträger erfolgt durch eine Jury des Wirtschaftsministeriums. Der Preis wird monatlich vergeben.

KD Elektroniksysteme GmbH
Das Zerbster Unternehmen wurde im Juli 2001 in Zerbst gegründet. Es entwickelt Elektronik bzw. Systemlösungen im Kundenauftrag, so für Steuerungselemente in Heizungs- und Klimatechnik, für Regelelemente der Fahrzeugindustrie (beispielsweise die Triebwagen der Berliner S-Bahn).

Zudem werden Eigenentwicklungen beispielsweise in den Bereichen Energieeinsparung und Haustechnik konzipiert, gefertigt und vertrieben.

Flaggschiff hierbei ist das "dimmLIGHT"-Verfahren zur Umrüstung bestehender Außenbeleuchtung.

DimmLIGHT
Bestehende Beleuchtung wird mit Regel-Elektronik bestückt, die den Stromverbrauch senkt, die Leuchtkraft jedoch nur in hinnehmbarem Umfang reduziert.

Das Verfahren ist seit sechs Jahren im Einsatz. Partner in Deutschland sind insbesondere Kommunen, während in Skandinavien durchaus auch Firmenparkplätze so ausgestattet wurden.

Finanzierung
Angesichts der Finanzknappheit der Kommunen hat die Firma ein Mietkauf-Modell entwickelt. Straßenlampen werden umgerüstet, die Investitionskosten hingegen in fünf Jahresscheiben in Rechnung gestellt. Die erste Rate wird 18 Monate nach Inbetriebnahme fällig, kann also aus der bereits erwirtschafteten Energiekostenersparnis bezahlt werden.

Zerbst l Alles viel zu klein. Zu eng. Fast war es Ralf Kleinodt ein bisschen peinlich, den Landeswirtschaftsminister durch seine Produktionsräume zu führen. Aber die Lösung steht längst im Ahornweg: Dorthin zieht die Firma, die seit 2001 von einem auf 50 Mitarbeiter gewachsen ist, demnächst um. "Im Sommer", sagt Kleinodt knapp.

Der Umzug wird immer nötiger. Die Firma hat sich über die Jahre als innovativ, flexibel und kundenorientiert nicht nur in Sachsen-Anhalt einen Namen gemacht. Eher ist es sogar umgekehrt: Kleinodts Entwicklung, Straßenlampen nachts elektronisch zu dimmen und so bis zu 67 Prozent des Stromverbrauchs zu senken, ohne die Leute ins Dunkle zu entlassen, hat über Aufträge im Ausland (Skandinavien, Asien) nun aber doch auch nach Sachsen-Anhalt gefunden.

Aktuell beendet KD Elektroniksysteme die Umrüstung der kompletten Stadt Zeitz auf gedimmte Straßenleuchten. Vertragsabschlüsse mit Arendsee stehen genaus bevor wie mit Magdeburg (ostelbisch). Und in Zerbst selbst wird demnächst in der Jeverschen Straße begonnen, die Straßenlampen umzurüsten. "Das gesamte Stadtgebiet wird folgen", so der Geschäftsführer gestern gegenüber dem Minister.

Dem wurde mitgegeben, gegenüber der Landesenergieagentur Sachsen-Anhalt GmbH (Lena) ein Wörtchen für die Firma einzulegen. "Dort geht es immer nur um LED-Technik. Bei der Lena beraten sich auch die Kommunen, und erfahren dennoch nichts von unseren kostensparenden Produkten. Dabei ist die Technik seit sechs Jahren im Einsatz und hat alle vorausberechneten Kriterien erfüllt", so Kleinodt.

Möllring will die Botschaft natürlich transportieren. Ansonsten lobte er das Zerbster Unternehmen für seine Innovationskraft. "Dabei setzen Sie auf Kooperationen mit anderen innovativen Firmen sowie mit Forschungs- und Entwicklungspartnern wie zum Beispiel der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Damit ist das Unternehmen beispielgebend für modernes Handwerk", betonte Möllring am Mittwoch in Zerbst.