Köthen/Zerbst (tdr) l Alle sieben Antragsteller auf Landkreis-Förderung zum baulichen Erhalt von Baudenkmälern sollen gefördert werden. Dies befürwortete der fachlich zuständige Bau-, Wirtschafts- und Verkehrsausschuss des Kreistages in dieser Woche. Jährlich werden vom Landkreis 50 000 Euro zur Verfügung gestellt. Mit konkreten Projektvorhaben bewerben können sich Träger/Besitzer von Baudenkmälern in Anhalt-Bitterfeld.

Unter den sieben Bewerbern um 2014-er Förderung befinden sich drei aus Zerbst. Die Ev. Kirchgemeinde St. Bartholomäi hatte 14 000 Euro beantragt, um die mit insgesamt rund 80 000 Euro kalkulierten Arbeiten zur Instandsetzung der Fassade, insbesondere zum Einbau einer Dachentwässerung, schultern zu können. Der Ausschuss empfahl, das Vorhaben mit 13 000 Euro zu fördern: Teilarbeiten des Projektes seien nicht förderfähig.

Langfristiges Projekt im Zerbster Schloss

Der Förderverein Schloss Zerbst hatte 5000 Euro Förderung beim Kreis beantragt, um weiter an der Einrichtung der fürstlichen Gruft im Corps de logis arbeiten zu können. Das Gesamtprojekt hat ein Volumen von 225 000 Euro. Die für 2014 beantragte Summe von 5000 Euro wurde vom Ausschuss befürwortet.

Der Förderkreis St. Nicolai hat 4 000 Euro beantragt. Mit dem Geld sollen die insgesamt rund 140 000 Euro teuren Arbeiten an den Mauerkronen der Ruine anteilig bezahlt werden. Im Projekt enthalten sind auch die dafür nötigen Voruntersuchungen und Bewertungen zu den bislang angewendeten Verfahren der Mauerkronenabdeckung. Aus der Kreisverwaltung wurde dem Ausschuss empfohlen, die beantragte Summe um 2 000 Euro zu kürzen. Im Projekt enthalten sind auch Aufwendungen für Werbung. Dies sei nicht förderfähig. Der Ausschuss folgte dem Vorschlag.

Nicht alle Projektteile sind förderfähig

Gekürzt wurde auch die beantragte Summe der Ev. Kirchgemeinde Sandersdorf-Brehna. Sie hatte für die Erneuerung von Fenstern und Fassade des Pfarrhauses 16 200 Euro beantragt. Erhalten soll sie 15 000 Euro, denn die im Projekt enthaltenen Pflasterarbeiten seien nicht förderfähig.

Von den Kürzungen kann die Ev. Landgemeinde St. Christoperus profitieren. Ihr Antrag zur Instandsetzung der Orgel in der Dorfkirche Scheuder belief sich auf 1 000 Euro. Der Hersteller hat lediglich 16 solcher Instrumente gebaut, sie sei somit von besonderem kulturhistorischen und traditionellen Wert, hieß es.

Ferner sollen mit Befürwortung des Fachausschusses die Ev. Kirchgemeinde Friedersdorf (10 000 Euro für die Sanierung der Kirchturmhaube) und der "Wiederrum e.V." (2000 Euro für die Sanierung der Mutter und Kind-Skulptur in Bitterfeld) gefördert werden. Konkret sollen die Skulpturen in diesem Jahr wieder Köpfe erhalten.

Der Empfehlung des Fachausschusses entsprechend werden nun die sieben Förderbescheide an die Antragsteller vorbereitet. Sie sollen nach Bekanntmachung der Haushaltsgenehmigung voraussichtlich Mitte Juni ausgegeben werden.