Puppentheater, Autorenlesung, Dorffest, Strickabende – mit einem vielfältigen Veranstaltungsangebot wartete der Heimatverein Güterglück im vergangenen Jahr auf. Zudem brachte er einen neuen Kalender heraus. Und auch für 2011 haben sich die Vereinsmitglieder wieder einiges vorgenommen, um das kulturelle Leben vor Ort zu bereichern.

Güterglück. Seit seiner Gründung im März 2006 bietet der Heimatverein Güterglück den Bürgern alljährlich ein breites Veranstaltungsspektrum. Von der musikalischen Autorenlesung mit Marita Schröder über die eindrucksvolle Bilderreise mit dem Weltenradler Thomas Meixner bis zur Besichtigung des modernen Melkroboters von Landwirt Ronald Finke reichte die Palette im vorigen Jahr.

Auch das traditionelle Dorffest mit seinen vergnüglichen Straßenwettkämpfen fehlte da nicht und zog trotz der tropischen Temperaturen im Juli zahlreiche Besucher an, wie Dr. Jürgen Baumgart in der Rückschau zufrieden feststellt. Zugleich würdigt der Vereinsvorsitzende in dem Zusammenhang die große Unterstützung vieler Nicht-Mitglieder, die sich hier wieder zeigte. "Besonders ist die Feuerwehr zu erwähnen, mit der auch erstmals der Weihnachtsmarkt zusammen organisiert wurde."

Die vierte Auflage des heimeligen Weihnachtsmarktes zog wesentlich mehr Gäste an als 2009. "Dazu beigetragen hat sicherlich auch die Unterstützung der Güterglücker Kita unter Leitung von Susanne Thiele", erinnert Jürgen Baumgart an die Lieder der Kinder. Er erwähnt ebenfalls den Auftritt des Weihnachtsmannes, der zum ersten Mal mit einer Pferdekutsche und zwei Engeln erschien. Auch das gemeinsame Singen, zu dem Ellen Biedermann animierte, sei gut angekommen.

Erfreulich war zudem die Resonanz auf die Bastelangebote zur Oster- und Adventszeit, wie Dr. Baumgart findet. Vor allem die Handarbeitsabende unter Federführung von Vereinsmitglied Adelheid Mangelsdorf erfuhren eine rege Nachfrage. "Offensichtlich sind solche gemütlichen Abende in geselliger Runde beliebt."

Da ist es keine Frage, dass an diesen Angeboten 2011 festgehalten wird. Selbstverständlich erlebt neben dem Weihnachtsmarkt am ersten Advent auch das Dorffest seine Fortsetzung. Wann es stattfindet, ob am 2. oder 9. Juli, ist bislang offen. "Einige Termine stehen erst im März fest", sagt Jürgen Baum-gart. Doch eine ungefähre Vorschau kann er bereits geben. So dürfen sich historisch Interessierte im Februar über die Erzählungen eines Zeitzeugen freuen. "Güterglück 1945" ist der heimatgeschichtliche Vortrag betitelt, in denen der Referent von seinen Kriegserlebnissen berichtet.

Im Mai nehmen erneut internationale Studenten des Landesstudienkollegs Sachsen-Anhalt die Zuschauer mit auf eine unterhaltsame Weltreise. Mit Musik und Tanz werden sie ihnen fremde Kulturen nahebringen. Thomas Meixner wird ebenfalls erneut vorbeischauen. "Mit dem Fahrrad durch den Orient", heißt die Dia-Show, die er am 21. November präsentiert. Mit "Pimpernella", einer kleinen Geschichte über Freundschaft, gibt es ein Wiedersehen mit dem Puppentheater aus Köthen.

Darüber hinaus ist die Aufstellung des restaurierten Wasserkrans geplant. Am Dorfteich soll die technische Vorrichtung, mit der einst Dampflokomotiven "betankt" wurden, errichtet werden. Das Fundament ist bereits vorhanden. Sobald der Kran steht, soll er feierlich eingeweiht und mit einer Informationstafel versehen werden, die an die frühere Bedeutung von Güterglück als Eisenbahnknotenpunk erinnert. Bei dem Vorhaben arbeitet der Heimatverein mit der Gemeinde zusammen.

Wunsch: Aufbau einer Heimatstube

Daneben verfolgt der Verein weitere Projekte. So bringt er seit drei Jahren einen Kalender heraus. Dem Sportverein Lokomotive Güterglück und der Ortsfeuerwehr widmet sich der Monatsplaner für 2011, der Ende November der Öffentlichkeit vorgestellt werden konnte. Erstellt wurde er von Ellen und Joachim Biedermann sowie Christel Bressel, denen Jürgen Baumgart an der Stelle im Namen des Vereins ein Dankeschön ausspricht. "Über einen Kalender für 2012 wird noch nachgedacht", ergänzt er.

Sicher ist, dass an der Chronik weiter gearbeitet wird. "Seit Mai 2010 wurde über die Strukturförderungsgesellschaft eine Stelle für die Fortführung der bis 1993 geführten Güterglücker Chronik gefördert", berichtet der Vereinsvorsitzende. Wie er erläutert, wurden die existierenden Unterlagen und Informationen elektronisch gespeichert, nach Sachgebieten geordnet und werden nun zur Präsentation vorbereitet.

Gefragt nach den Wünschen für die Zukunft antwortet Jürgen Baumgart: "Den Aufbau einer Heimatstube als Begegnungs- und Informationsort für Jung und Alt, in der nicht nur die Chronik, Trachten und alte Gegenstände aus dem Dorf ausgestellt werden sollen, sondern es sollte ein regelmäßiger Treffpunkt für alle aus dem Dorf sein." Für wichtig hält er auch, dass künftig junge Familien und Kinder mehr einbezogen werden. Dazu sei eine noch zu verstärkende Zusammenarbeit mit anderen Vereinen im Ort, der Kita und der Gemeinde erforderlich. Zugleich setzt er auf eine – nicht vordergründig finanzielle – Unterstützung durch Politik und Kommune. Denn er weiß: "Den Aufbau und die Unterhaltung müssen Verein und Bürger vor Ort selbst leisten, nur durch ehrenamtliche Tätigkeit kann das Ziel erreicht werden, wenn auch ein langer Atem notwendig ist."

Darüber hinaus wünscht sich der Vereinsvorsitzende eine weiterhin so aktive Mitarbeit der Mitglieder, deren Anzahl sich gern erhöhen könnte. Momentan engagieren sich 38 Frauen und Männer im Heimatverein.