Zerbst l Kinder- und Jugendarbeit ist ein Thema, das der Landratskandidatin Kathrin Hinze (parteilos) besonders am Herzen liegt. Und so besuchte sie im Wahlkampf unter anderem den Europa-Jugendbauernhof in Deetz und ließ sich von dessen Leiter Ulrich Weimeister über die Einrichtungen informieren.

Hier findet internationale Kinder- und Jugendarbeit statt. Mädchen und Jungen erlernen hier produktives Arbeiten, leben in und mit der Natur. Es gibt einen Werkraum, Sport- raum, zahlreiche Tiere und sogar ein Storchennest, das durch eine Kamera beobachtet werden kann. "Doch es fehlt eine kontinuierliche Förderung", kritisiert Weimeister die Förderpolitik des Landes. Schullandheime erhalten keine Unterstützung durch das Kultusministerium, die Landkreise sind nicht zuständig.

Zum anderen sind es aber auch rechtliche Rahmenbedingungen, die die Arbeit erschweren. "Ich erhalte geförderte Personalkosten, wenn wir einen Raum für den Jugendclub bereitstellen, der aber nur dafür genutzt werden darf. Das Landheim darf diesen Raum nicht nutzen", nennt Weimeister ein Beispiel.

Kathrin Hinze merkte auch an, dass es sinnvoll wäre, den Landkreis als eine Art Projektkoordinator zu etablieren. Förderfähige Projekte zu entwickeln sei für die einzelnen Schullandheime und Träger schwierig und mühsam. Der Landkreis solle aber auch verstärkt dabei helfen, die vorhandenen Einrichtungen bekannt zu machen - allen voran in den Schulen.

Diese Eindrücke sind Kathrin Hinze nicht neu. In Zerbst hat sie drei Jahre lang die Standortleitung eines Bildungsträgers inne gehabt. "In dieser Zeit habe ich zahlreiche Unternehmen kennengelernt, war im Umland unterwegs", erzählt die Akenerin.

Seit fünf Jahren sitzt sie im Akener Stadtrat und hat sich recht kurzfristig zur Kandidatur entschlossen. "Eine Frau an der Spitze des Landkreises würde ihm sicherlich gut tun", ist sie überzeugt. Jahrelang hat sie sich ehrenamtlich engagiert - unter anderem im Landes- und Bundeselternrat. "Nun möchte ich selbst am Hebel sitzen und die Politik mitgestalten."

Sie will unter anderem die touristischen Potenziale des Landkreises stärker nutzen, sich für kurze Schulwege einsetzen, für eine familienfreundliche Seniorenbetreuung und den Erhalt der Infrastruktur - und das mit transparenten Entscheidungen für den Bürger.