Im Spätsommer soll der erste Spatenstich für die künftige Sporthalle des Gymnasiums Francisceum gesetzt werden. Dies kündigte Landrat Uwe Schulze (CDU) auf dem künftigen Standort im Wegeberg an.

Zerbst l Genau auf dem Standort des einstigen Hauptflügels der abgerissenen Sekundarschule im Zerbster Wegeberg soll ab Spätsommer eine Schulsporthalle errichtet werden. Wie der Anhalt-Bitterfelder Bauamtsleiter Erich Mühlbauer vor wenigen Tagen auf dem künftigen Baufeld erklärte, soll zum Monatsende der Bauantrag eingereicht werden. "Dann dauert es maximal drei Monate, und wir können bauen. Die Ausführungsplanung und die Ausschreibungsunterlagen werden schon vorsichtig angearbeitet", so Mühlbauer.

"Ich habe ein großes Interesse an einem zügigen Baugenehmigungsverfahren", sagte Landrat Uwe Schulze. Er hatte den Zerbstern und hier insbesondere dem Zerbster Gymnasium schon vor Jahren eine neue Turnhalle versprochen. "Es ist die einzige Schule ohne eigene Sporthalle. Das geht nicht. Ich wollte auch längst weiter sein, doch die Verhandlungen mit dem Besitzer des von uns eigentlich favorisierten Standortes waren langwierig und letztlich auch erfolglos", spielte Schulze auf die in weiten Teilen gemeinsam mit dem Zerbster Bürgermeister erfolgten Verhandlungen mit dem Besitzer des "Maculan"-Geländes am Volkspark an. Bürgermeister Andreas Dittmann (SPD): "Wir haben alle Register gezogen, den Grunderwerb bis ans Maximum versüßt. Doch der Besitzer wollte nicht." Sogar Zugeständnisse von Ver- und Entsorgungsunternehmen hätte die Stadt in die Wege geleitet. "Auf dem Grundstück liegt ein ganzer Berg von Forderungen. Die wären erlassen worden."

Nun hat sich der Landkreis gefügt und greift auf sein eigenes Grundstück im Wegeberg zurück. Die Distanz zur Schule sei "vertretbar. Hier entsteht eine Schulsporthalle in Form einer normgerechten Zwei-felderhalle", so Mühlbauer. Die Kosten sind mit rund zwei Millionen Euro netto kalkuliert. Die Halle wird von den Anhalt-Bitterfelder Kreiswerken errichtet und bewirtschaftet. Der Landkreis mietet sich ein. So ist die Finanzierung - der Kreis hätte die Investition weder selbst bezahlen noch einen Kredit dafür aufnehmen können - gesichert. Anfang Mai hatte der Kreistag die Baufläche an die Kreiswerke veräußert.

Der Rohbau soll möglichst noch 2014 errichtet sein. Bürgermeister Dittmann: "Mit der neuen Sporthalle wird sich auch die Situation für den Zerbster Vereinssport wesentlich verbessern. Bislang finanziert die Stadt die Betriebskosten der dem Landkreis gehörenden alten Sporthalle, doch das sind auch jährlich bis zu 35 000 Euro. Und die Halle ist abrissreif."

Sie soll tatsächlich verschwinden, wenn die neue Halle in Betrieb ist. Eine Außensportanlage soll am Wegeberg vorerst nicht entstehen. "Hier prüfen wir, ob der Landkreis das Jahnstadion nutzen könnte. Dort ist ja gerade auch für die Leichtathletik-Disziplinen alles vorhanden. Es macht wenig Sinn, nur ein paar Meter weiter noch eine Schulsport-Außenanlage zu errichten."