Mit Nils Benkwitz wurde ein Schüler des Zerbster Gymnasiums Francisceum Landessieger im Geographiewettbewerb. Am Freitag kann er in Braunschweig sogar Bundessieger werden. Er tritt gegen 16 Schüler aus ganz Deutschland an.

Zerbst l Ausnahmsweise wird Nils Benkwitz am Freitag nicht die Schulbank des Francisceums drücken. Als Landessieger im Bundeswettbewerb "Diercke-Wissen - Der Geographiewettbewerb 2014" vertritt er Sachsen-Anhalt beim Bundesausscheid in Braunschweig.

Schon morgen fährt er nach Niedersachsen. Die Kennenlernphase, bevor der Wettbewerb am Freitag seinen Höhepunkt erreicht, sei eine gute Sache, um den Schülern etwas die Nervosität zu nehmen, sagte Hans-Christian Buhtz. Er ist der Landesbeauftragte des Bundeswettbewerbs und war gemeinsam mit Heike Kopf vom Landesverband der Schulgeographen am Francisceum in Zerbst, um Nils schon vor dem gemeinsamen Aufenthalt in Braunschweig kennenzulernen

Der Beste von 16 066 Schülern im Land

Zu Jahresbeginn hatte sich der Neuntklässler erst in seiner Klasse, dann an der gesamten Schule bei den Geographie-Wettbewerben durchgesetzt. "Nils ist ein Multitalent", weiß Schulleiter Hans-Henning Messer um die vielen Stärken seines Schülers.

Wie groß die Konkurrenz war, um Landessieger zu werden, zählte Hans-Christian Buhtz auf. Insgesamt 78 Schulen in ganz Sachsen-Anhalt beteiligten sich. Das sind 1018 Klassen oder 16 066 Schüler. "Und du bist der Beste", wandte sich der Lehrer an Nils. Das solle er ruhig einmal auf sich wirken lassen.

Für Landkarten und Atlanten hat sich Nils Benkwitz schon als kleiner Junge interessiert und wurde darin von Papa und Opa gefördert.

In Braunschweig gehen die Sieger der 16 Bundesländer sowie ein Vertreter der deutschen Schulen im Ausland an den Start. Ins Finale ziehen die besten vier ein. Im vorigen Jahr wurde mit Toni Schulz aus Bernburg ein Sachsen-Anhalter Zweiter des Bundeswettbewerbs. Aber auch in der Vorrunde auszuscheiden, sei keine Schande, sagte Hans-Christian Buhtz. "Es gehört immer auch ein bisschen Glück dazu."

Die offizielle Urkunde, die Nils Benkwitz zum Landessieger kürt, erhält er erst in Braunschweig. Heike Kopf und Hans-Christian Buhtz waren aber nicht mit leeren Händen nach Zerbst gekommen. Der Neuntklässler konnte sich über einen Satellitenbild-Atlas und eine Schreibtischunterlage, die ein Delta abbildet, freuen. Welches Delta - das verriet Hans-Christian Buhtz nicht. Er vertraute darauf, dass Nils das selbst herausfindet.

Damit er als talentierter Geograph auch sein Verantwortungsbewusstsein ausdrücken kann, gehörte zum Geschenkepaket ein wiederverwendbarer Einkaufsbeutel mit Kartenaufdruck. "Im Atlantik schwimmen schon genug Plastetüten rum", wies Heike Kopf hin. Die Lehrerin des Burger Rolandgymnasiums und Vorsitzende des Landesverbandes der Schulgeographen Sachsen-Anhalt zeigte sich begeistert vom Francisceum und der besonderen Atmosphäre, die der Komplex am Weinberg zu bieten hat. Das Land Sachsen-Anhalt ließ für seinen besten Schülergeographen einen Gutschein in Höhe von 80 Euro ausreichen.

Teilnehmerstärkster Schülerwettbewerb

Auch Nils Benkwitz` Geographielehrer Walter Grabow bekam ein Dankeschön für die vorbildliche Betreuung seines Schülers. Die sei aber eher ein Vergnügen: "Nils hat mich schon in der 5. Klasse mit Fragen gelöchert. Er hört auch das, was ich im Unterricht nur am Rande sage. Er ist einfach interessiert." Außerdem sei der Geographie-Wettbewerb so organisiert, das er nicht viel Arbeit verursache, das Mitmachen also leicht falle.

Mit 280 000 Schülern der Klassen 7 bis 10 ist der Ausscheid der teilnehmerstärkste Schülerwettbewerb Deutschlands. Für Fünft- und Sechstklässler gibt es einen Juniorwettbewerb.