"Nach den Fasch-Festtagen ist vor den Fasch-Festtagen" - ein Arbeitsgrundsatz, der die Tätigkeit der Internationalen Fasch-Gesellschaft (IFG) bestimmt - auch bei der turnusmäßigen Mitgliederversammlung.

Zerbst l "Mit 2287 Besuchern waren die 12. Fasch-Festtage 2013 ein großer Erfolg", erinnert Bert Siegmund, Präsident der IFG. Die hohe Wertschätzung der Arbeit der Internationalen Fasch-Gesellschaft werde auch durch deren Mitgliedschaft im Verein "Mitteldeutsche Barockmusik", im Landesmusikrat Sachsen-Anhalt sowie in der 2012 gegründeten Arbeitsgemeinschaft "Musikfeste Sachsen-Anhalt" manifestiert, in der die zwölf wichtigsten Musikfeste zusammenwirken. Damit, so Siegmund, sei ein "gemeinsam abgestimmtes Agieren auf politischer Ebene und bei der Vermarktung der Feste besser möglich".

Der Präsident informierte, dass für die vom 15. bis 19. April 2015 stattfindenden 13. Internationalen Fasch-Festtage die Programmgestaltung in Zusammenarbeit mit der Stadt Zerbst "bereits weit vorangeschritten ist". Im März habe das Fasch-Kuratorium das Thema "Musenhof Zerbst" sowie die Grundlagen für die Festtage und die Wissenschaftliche Konferenz bestätigt.

Die Festtage beginnen mit dem 15. April 2015 bereits am Mittwoch. Eingebunden in das Programm ist das Gedenkkonzert zum 70. Jahrestag der Zerstörung der Stadt Zerbst am 16. April. Das Thema "Musenhof Zerbst" sei bewusst interdisziplinär angelegt und solle insbesondere in der Wissenschaftlichen Konferenz neben der Musik auch andere am Zerbster Hof vertretene Künste beleuchten. So ist erst in neuester Zeit durch eine in St. Petersburg überlieferte Handschrift entdeckt worden, dass Gottfried Taubert, einer der wichtigsten Gelehrten des Barocktanzes zu Beginn des 18. Jahrhunderts, von 1730 bis zu seinem Tod 1746 Hoftanzmeister in Zerbst war.

Das Programm mit derzeit neun Veranstaltungen wurde in der Mitgliederversammlung im Detail vorgestellt. So wird zum Eröffnungskonzert in der Stadthalle das Jugendbarockorchester "Bachs Erben" aus Michaelstein "Festliche Orchesterwerke" von Johann Friedrich Fasch und zeitgenössischen Meistern spielen. Auf dieser Veranstaltung wird auch der Fasch-Preis verliehen.

Das Gedenkkonzert am 16. April in der Trinitatiskirche gestalten der Universitätschor "Johann Friedrich Reichardt" Halle und das Händelfestspielorchester Halle mit der "Johannespassion" von Fasch.

Die Fasch-Midnight im Schloss am 17. April mit dem Ensemble "Calmus" steht unter dem Motto "Touched - Lovesongs von Renaissance bis Pop". Zum Abschlusskonzert am Sonntag, 19. April, in der Trinitatiskirche werden Chor- und Orchesterwerke unter anderem von Johann Friedrich Fasch und Alessandro Scarlatti zu hören sein.

Bert Siegmund informierte weiterhin, dass in Vorbereitung der Festtage und Konferenz, jedoch auch zur weiteren Betreuung der inhaltlichen Tätigkeit der IFG ein Wissenschaftlicher Beirat neu berufen wurde. Ihm gehören an: Prof. Dr. Barbara Reul (Kanada), Stephan Blaut (Leipzig), Brian Clark (Großbritannien), Dr. Gottfried Gille (Bad Langensalza), Maik Richter (Halle) und Bert Siegmund (Michaelstein).

Über die Tätigkeit der Geschäftsstelle für den Zeitraum April 2013 bis Mai 2014 berichtete Geschäftsführerin Dr. Inge Werner. Sie hob hervor, dass sich die Zusammenarbeit zwischen der Internationalen Fasch-Gesellschaft, dem Förderverein Schloss Zerbst, dem Heimatverein und dem Katharina-Verein intensiviert hat. Das bekräftigte auch Schlossvereinsvorsitzender Dirk Herrmann in seinem Diskussionsbeitrag.

Die Geschäftsführerin erinnerte an vereinsinterne Aktivitäten wie die Durchführung der traditionellen Fasch-Reise, den Umzug des Fasch-Archivs aus dem Rathaus in das Wiekhaus, die Erarbeitung von Dokumentationen. "Die Internationale Fasch-Gesellschaft ist in das kulturelle Leben der Stadt fest eingebunden und trägt mit Aktivitäten zu dessen Belebung bei", so Inge Werner. Sie verwies zum Beispiel auf die sich immer weiter inhaltlich entwickelnde Ausstellung des Vereins im Schloss, unter anderem mit der Vernissage dort zum Tag des offenen Denkmals. Insgesamt 14 großformatige Bilder zur Musik von Fasch hat der Zerbster Maler und Grafiker Klaus Fezer der IFG geschenkt. Sie können als Dauerausstellung im Schloss betrachtet werden.

Alljährlich organisiert die IFG ein Weihnachtskonzert mit dem Universitätschor "Johann Friedrich Reichardt" Halle. Die Zerbster Kulturfesttage 2014 wurden mit einem vom Verein initiierten Konzert des Züricher Trios "Variato" abgeschlossen. Unter anderem noch für dieses Jahr geplant ist die Fasch-Geselligkeit Ende Oktober/Anfang November.

Bürgermeister Andreas Dittmann (SPD) hob den hohen Beitrag der Internationalen Fasch-Gesellschaft zum Zerbster Kulturleben hervor. Er wies ebenso auf ein 20-Jahre-Jubiläum hin: 1994/95 sei die Stadt Zerbst vom Förderer der Fasch-Pflege zur Veranstalterin der Internationalen Fasch-Festtage geworden.