Als junge Vogelforscher waren die Teilnehmer am Naturschutzcamp in Ronney unterwegs. Sie kontrollierten Nistkästen auf ihren Beflug und beschäftigten sich mit der heimischen Vogelwelt.

Ronney l Was macht der gefiederte Nachwuchs im Auenwald? Dies war eine Frage, der die zehn- bis zwölfjährigen Jungen, die am vergangenen Wochenende beim Naturschutzcamp in Ronney mitmachten, nachgingen. Wie immer, wenn Kinder und Jugendliche aus verschiedenen Schulen und Orten zusammenkommen, stand der erste Abend im Zeichen des gegenseitigen Kennenlernens. 13 Köpfe zählte die Truppe. Aus Zerbst, Köthen, Magdeburg und Schönebeck waren sie ins Umweltzentrum gekommen. Einige von ihnen "Wiederholungstäter" andere "Einsteiger".

"Seit ich sieben Jahre war, bin ich schon dabei", erzählte die 17-jährige Julia Wuttke aus Zerbst. Sie wollte immer gerne wissen, was in "ihren" Nistkästen zu finden ist. Diesmal fungierte die Gymnasiastin als Praktikantin, unterstützte die Abläufe und stand den Jungen hilfreich zur Seite. Schon viermal sei sie das einzige Mädchen gewesen, bedauerte sie ein wenig das fehlende Interesse ihrer Artgenossinnen.

Noch vor zwei Jahren fanden zwei Naturschutzwochenenden in Ronney statt - eines im Frühjahr und eines im Herbst. Während es im Frühjahr immer darum geht, den Beflug der Nistkästen zu kontrollieren, war es immer an den Herbstteilnehmern, die Nistkästen wieder leer zu machen. Das werde jetzt in der Ferienlagerwoche im Herbst mitgemacht, erklärten Ramona Schmied Hoboy und Ramona Voßler vom Umweltzentrum. Da sei dann mehr Zeit dazu.

Am Sonnabend ging es früh bei bestem Wetter in den nahen Wald. Hier wurden die jungen Naturforscher von Andreas Hochbaum von der Staatlichen Vogelschutzwarte Steckby und Axel Zehle vom Biosphärenreservat, die das "Vogelmonitoring" mit den Kindern durchführen, erwartet.

"Jetzt ist die beste Zeit", versicherte Hochbaum, "die Vögel haben Gelege, zum Teil sind Junge im Nest." 20 Nistkästen, die das erste Mal gehängt wurden, waren von den Jungen aufzuspüren. Mit Spannung wurde jedesmal die Öffnung des Nistkastens verfolgt. Mit allem und nichts konnte gerechnet werden. Von leer bis zu zurückgelassenen Eiern fanden die Kinder die Kästen vor.

Doch anhand des verwendeten Nistmaterials und dem Aufbau des Nestes oder eben anhand der Eier konnten die Nutzer meist identifiziert werden. Im Brutbuch wurde akribisch verzeichnet, was vorgefunden wurde. Aufsätze mussten da nicht geschrieben werden. "KM" wie Kohlmeise und die Anzahl der Eier genügten beispielsweise schon. Im Prinzip genauso wird das Höhlenbrütermonitoring im Langzeitvogelschutzversuch mit 800 Nistkästen bei der Staatlichen Vogelschutzwarte durchgeführt.

Zum Programm des Naturschutzcamps gehörte auch, dass die Teilnehmer ihren eigenen Nistkasten bauten. Spiel und Spaß, Abstecher an die Elbe, Lagerfeuer, Schneckenrennen und mehr durften nicht fehlen. Der verregnete Sonntag wurde zur Datenerfassung im Rahmen der Aktion "Stunde der Gartenvögel" genutzt. Wissensquiz und eine Auswertung bildeten den Abschluss.