Wie gut ist der Zerbster Bauhof aufgestellt? In einem Vergleichsring sind die Bauhöfe von sechs Städten betrachtet worden. Das Ergebnis: Die Strukturen in Zerbst stimmen, aber es gibt Optimierungspotenzial.

Zerbst l Es ist vor allem die Grünflächenunterhaltung, die die Arbeitskraft des Zerbster Bauhofes und seiner 27 Mitarbeiter (exklusive drei Verwaltungskräfte) bindet.

Im Vergleichsring Bauhof zeigte sich jedoch, dass bezogen auf die Grünflächenunterhaltung pro Quadratmeter Zerbst so kostengünstig aufgestellt ist, wie keine andere der teilnehmenden Städte. Mit 48 Cent pro Quadratmeter liegt der Zerbster Wert für Straßenbegleitgrün und 39 Cent für Park- und Grünanlagen sogar deutlich unter dem Orientierungswert der Gartenamtsleiterkonferenz. Grundlage dessen ist, führte Gregor Zajac von der Kommunalen Geschäftsstelle für Verwaltungsmanagement (KGSt) aus, dem Träger des Vergleichs, dass in Zerbst zu 90 Prozent und mehr Gebrauchsrasen- und Mähflächen zu bearbeiten sind. Diese sind in der Bearbeitung weniger anspruchsvoll und zeitaufwändig. Auffällig sei aber, dass in Zerbst eine Vollzeitkraft des Bauhofes für die Unterhaltung von 108 103 Quadratmeter Grünfläche verantwortlich ist. 64 622 Quadratmeter beträgt der zweithöchste Wert im Vergleich, 9 184 der niedrigste. "Der Schluss liegt nahe, dass für diese Arbeit zu wenige Mitarbeiter zur Verfügung stehen", sagte Gregor Zajac. Der Durchschnittswert liege bei 47 000 Quadratmetern.

Doch diese wie auch andere Daten des Vergleichs sind zum Teil wenig aussagekräftig. Die Flächen, die den Kennzahlen zu Grunde liegen, sind anhand von Referenzflächen berechnet worden. Zum Teil sind Flächeninhalte aus den Zerbster Ortsteilen nicht bekannt, da nicht im Kataster vorhanden. Auch erfolgte keine Betrachtung, ob auf den Flächen tatsächlich eine Bearbeitung erfolgt.

Neben dem unvollständigen Kataster ist mit 49,4 zudem das hohe Durchschnittsalter der Mitarbeiter eine Auffälligkeit gewesen. Perspektivisch sei zu überlegen, ob man durch Ausbildung junge Mitarbeiter in den Bauhof holen wolle. Im Vergleich lag der niedrigste Wert bei "nur" 46,9 Jahren.

Insgesamt stellt Gregor Zajac dem Zerbster Bauhof ein gutes Zeugnis aus. In der Arbeitsorganisation sei vorteilhaft, dass es keine bezahlten Pausen gebe und die Pausen in der Regel vor Ort genommen werden. Nur sechs Prozent der Arbeitszeit ist keiner konkreten Tätigkeit zuzuordnen. "Das ist wirklich ein guter Wert. In anderen Städten sind es 20 Prozent", lobte Zajac.

Ein Lob erhielt auch der vergleichsweise junge Fuhrpark. Die 26 Fahrzeuge zwischen 3,5 und 7,5 Tonnen sind im Schnitt 5,9 Jahre alt. In Spitzenzeiten werden Fahrzeuge zusätzlich angemietet. Einziges Manko: Das Fahrzeug über 7,5 Tonnen sowie die Spezialfahrzeuge sind mit 16 sowie 12,8 Jahren mit die ältesten im Vergleich.

"Für einen kleinen Bauhof sind Sie gut aufgestellt", sagte Gregor Zajac. Neben der Vervollständigung des Katasters regte er an, auf die alternde Belegschaft zu reagieren sowie eine optimale technische Unterstützung der Mitarbeiter in der Dokumentation von Verkehrssicherungspflichten zu gewährleisten. Beispielsweise wird der Winterdienst noch manuell mit Streubuch dokumentiert. Doch eine Umstellung der Dokumentation über GPS ist projektiert.

Die Stadtverwaltung hat nun ein Papier, auf Basis dessen feinjustiert werden kann. "Die vorgestellten Ergebnisse sind für uns Arbeitsgrundlage für die weitere Entwicklung des Bau- und Wirtschaftshofes im Personalbereich und bei der maschinellen Ausstattung. Natürlich immer entsprechend der finanziellen Möglichkeiten, die der städtische Haushalt zulässt", erklärt Stadtsprecherin Antje Rohm. "Zum anderen setzt auch der Vergleichsring seine Arbeit fort und wir sind weiter dabei. Nächstes Thema wird voraussichtlich die Stadt-/Straßenreinigung sein."