Die Verwaltung wird künftig langsamer arbeiten müssen und in Sachen Ordnung und Sicherheit fährt die Kommune demnächst Sparflamme. Das sind die Aussichten auf das Jahr 2011 aus Sicht der Stadt Möckern. Mit diesen Aussichten hat Möckerns Bürgermeister Frank von Holly das neue Jahr willkommen geheißen.

Möckern/Loburg. Gut 200 Bürger der Einheitsgemeinde Möckern hatten am Sonnabend nicht nur das neue Jahr, sondern auch die beiden neu hinzugekommenen Orte Schopsdorf und Stresow begrüßen wollen. Die Gelegenheit, sich den Mitgliedsgemeinden vorzustellen, nutzte allerdings nur Schopsdorf.

Mit einem sympathischen Film über die Gemeinde und ihrer Einwohner haben die Schopsdorfer in der Stadthalle Möckern sich in der nun kompletten Einheitsgemeinde eingeklinkt. "Es gab eine Zeit, in der es galt, um die Selbständigkeit zu kämpfen, doch nun müsse man den Bürgern im Ort auch aufzeigen, dass es ja irgendwie weitergehen muss", erklärte Ortsbürgermeister Thomas Bartz, der auch am Sonnabend keinen Hehl daraus machen musste, dass Schopsdorf lieber selbständig geblieben wäre.

Barz erinnerte an die Zeit, in der die Gemeinde die höchstverschuldete Kommune im Lande war, aber aus eigener Kraft einen Fünf-Millionen-Kredit abarbeitete und nun mit einem komplett ausgelasteten Gewerbegebiet und einem intakten Gemeindeleben positive Bilanzen ziehen könnte. 278 Bürger kommen zu der Einheitsgemeinde hinzu und davon sind 40 unter 18 Jahre alt. "Ein Beweis für unsere Familienfreundlichkeit", meinte Barz.

Möckerns Bürgermeister Frank von Holly (CDU) nannte es denn auch durchaus nachvollziehbar, dass es Orte gebe, die nicht freiwillig in die Einheitsgemeinde Möckern gekommen seien. Er hob in seiner Rede hervor, dass es auch im krisengeschüttelten Jahr 2010 einige Erfolgsmeldungen gegeben hätte. Trotz Finanzausgleichsgesetz, Wirtschaftskrise und einem erstmals nicht ausgeglichenem Haushalt für 2011 solle es Investitionen in Kindereinrichtungen und Straßenbau geben.

Angesichts aufgezwungener Personaleinsparungen sei mit einer künftig langsamer arbeitenden Verwaltung und weniger kommunalem Engagement in den Bereichen Ordnung und Sicherheit zu rechnen, führte Frank von Holly aus. Aber: "Wir werden deutlich effektiver arbeiten."

Die Stadt Möckern als Einheitsgemeinde ist mit dem Hinzukommen der Orte Schopsdorf und Stresow nun komplett. Einspareffekte durch die Gemeindegebietsreform, wie vom Land Sachsen-Anhalt erhofft, sind im Falle der finanziell schwer angeschlagenen Stadt Möckern nicht offensichtlich.

Für den Landkreis Jerichower Land trat am Sonnabend Kreisvorstandsmitglied Lutz-Georg Berkling ans Rednerpult. Er bescheinigte der Stadt Möckern, auf einem guten Wege zu sein. Die Stadt gebe nur aus, was sie auch habe. Berkling kündigte an, dass es dem Landkreis angesichts der finanziellen Situation nicht möglich sei, den Digitalfunk für die Feuerwehr schon in diesem Jahr einzuführen. Dies würde sich nun voraussichtlich um ein Jahr verschieben.

Der CDU-Landtagsabgeordnete Markus Kurze ging in seinem Grußwort auf die positive Entwicklung in der Region ein und nannte hier die mittelständischen Unternehmen und die Bürger als maßgeblich Verantwortliche dafür. Auch das ehrenamtliche Engagement der Menschen – etwa für das Sanierungsprojekt der St.-Laurentiuskirche Möckern – erwähnte der Landtagsabgeordnete.

Der musikalische Teil der Veranstaltung wurde mit den Auftritten der Chöre aus Möckern und Loburg bestritten. Deren Repertoire aus zum Teil schwungvollen, teils aber auch arg schwermütigen Stücken wie dem Gefangenenchor aus Nabucco konnte geradezu als Spiegelbild der Emotionen der unfreiwillig eingemeindeten Orte gesehen werden.

Eine symbolische und entgegenkommende Geste bildete schließlich den Auftakt des Tanzvergnügens, das sich an den offiziellen Teil des Abends anschloss: Zum Ende des Eröffnungstanzes forderten Möckerns Bürgermeister Frank von Holly und seine Gattin Gabriele den Schopsdorfer Bürgermeister Thomas Barz und dessen Gemahlin Doreen zum Tanz auf.

   

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