Um 7 Uhr begann die Schicht für die vier Mädchen in der Wema. Was sie in der Werkzeugmaschinenfabrik erwarten würde, war bis dahin ein großes Geheimnis.

Zerbst l "Die Mädels waren alle pünktlich", freut sichBärbel Glöckner, Mitarbeiterin im Personalwesen der Firma. Ihren Arbeitsplatz für den "Sozialen Tag" mussten die Schülerinnen, genau wie ihre Mitschüler an der Ciervisti-Sekundarschule, sich selbst beschaffen. Für einen bestimmten Stundenlohn (Richtwert: fünf Euro) sollten sie ihre Arbeitskraft einen Tag lang zur Verfügung stellen. Das eingenommene Geld soll sozialen Projekten bereit gestellt werden. "Es war gar nicht einfach, einen Arbeitgeber zu finden, der uns haben wollte", berichtet Laura Zander. Doch weil der Vater einer Mitschülerin für die Wema arbeitet, konnten dort schließlich gleich vier Arbeitsplätze für einen Tag geschaffen werden.

Große Zerbster Betriebe waren fast alle dabei

"Glücklicherweise ließen sich die meisten größeren Betriebe in Zerbst wie Siroblech, KmB, die Stadtwerke und das Schraubenwerk für das Projekt begeistern", sagt der Schulsozialarbeiter Norbert Krampitz. Allerdings mussten auch 108 Schüler der 7. und 8. Klassen irgendwie auf die teilnehmenden Betriebe verteilt werden.

Zunächst gab es für die vier Mädchen der Ciervisti-Schule eine kleine Führung durch die Produktionshallen der Wema. Dort arbeiten durften sie allerdings nicht, "zu gefährlich", meint Bärbel Glöckner. Stattdessen konnten sie im Logistikbereich beim Ein- und Auspacken der kleineren Maschinenteile helfen.

Jessica Schulze und Selina Pech haben einen großen Beutel mit kupferfarbenen Zylindern vor sich. Diese sollen in kleinere Beutel aufgeteilt werden. Wozu das alles gut ist, ist den Mädchen noch ein Rätsel. Doch sie haben auch noch ein paar Stunden Arbeit vor sich, um das heraus zu finden.

Schülerinnen wünschen sich Jobs in der Region

Schwierigkeiten, pünktlich zur Schicht zu kommen, hatten sie jedenfalls keine: "Wir haben Glück, wir wohnen beide in Zerbst", verrät Lara Neumann. Nach der Schule möchte sie eine Ausbildung zur Chemielaborantin beginnen. "Am besten irgendwo hier in der Nähe", sagt sie. Auch ihre Freundin Jessica würde am liebsten nach der Schule in der Region bleiben: "Ich möchte Erzieherin werden", sagt die Achtklässlerin. Ein Job in einer Produktionshalle wäre eher weniger was für sie.

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