Der Abriss von 48 Wohnungseinheiten in der Lepser Straße in Zerbst ist ins Stocken geraten. Eigentlich sollte bereits die Vermarktung der Flächen begonnen haben.

Zerbst l Der Abriss hatte eine mehrmonatige organisatorische Vorlaufzeit, dann ging alles sehr schnell. Binnen weniger Tage lagen die zweigeschossigen Gebäude, in denen 48 Wohnungen eingerichtet waren, auf einem Schuttberg. Die städtische Bau- und Wohnungsgesellschaft Zerbst mbH hatte diesen Wohnungsbestand zum Abriss vorgesehen und dies auch noch innerhalb einer Förderperiode bewerkstelligen können, die den Erlass weiterer Altschulden aus DDR-Zeiten auslöste. Bedingung war seinerzeit, dass die Wohnungen im Dezember physikalisch vernichtet sein müssen - also auf einem Haufen liegen.

Doch dieser Zustand dauert nun bereits seit Dezember an, was manchen Leser nicht zufriedenstellte. "Das Gelände sollte längst schon wieder zur Vermarktung zur Verfügung stehen", sagt BWZ-Geschäftsführer Joachim Schlichter. Stattdessen wurden die Arbeiten Ende Februar eingestellt und auf dem 4 900 Quadratmeter großen Grundstück blieben die Schuttberge der abgerissenen Gebäude liegen.

Denn im Bauschutt sind Schadstoffe festgestellt worden. Sie seien allerdings nicht ökologisch problematisch. Das Material sei nach entsprechender Analyse der Umweltbehörden auch weiter verwertbar.

Um die Beseitigung des Bauschutts habe sich mit der mit dem Abriss beauftragten Firma ein Rechtsstreit entwickelt. Inzwischen seien die Dinge soweit geklärt, dass die BWZ den Auftrag neu vergeben möchte und kann. Nun müsse, so Joachim Schlichter, das Vergabeverfahren geklärt werden. "Davon hängt ab, wie schnell es an der Lepser Straße weiter gehen kann." Das könnte in ganz kurzer Zeit geschehen oder maximal etwa vier Monate dauern.

Der Bauschutt muss vor Ort geschreddert werden. "Das wird unter Beachtung der Ruhezeiten passieren und mit möglichst geringer Belästigung der Umgebung", erklärt die designierte BWZ-Geschäftsführerin Daniela Kock. Sie bittet um Verständnis für etwaige Lärm- oder Staubbelästigungen. Die Arbeiten sind auf etwa 14 Tage veranschlagt.

Daniela Kock weist auch darauf hin, dass die zwischenzeitlich provisorische Absperrung um das Baugelände schnellstmöglich wieder durch eine feste Einzäunung ersetzt wird.

Der Rückbau an der Lepser Straße wird mit 188 000 Euro aus dem Stadtumbau Ost gefördert und führt zugleich zum Erlass von 63 000 Euro Altschulden für die BWZ. Sie möchte das Gelände als Bauland für Eigenheime vermarkten.