2011 scheint ein gutes Jahr für die städtepartnerschaftlichen Beziehungen der Stadt Zerbst zu werden. Deutlich wurde das gerade auch auf dem Neujahrsempfang des Bürgermeisters.

Zerbst. Diese 400 Kilometer nehmen Angela Dankwardt und Mike Müller in jedem Januar gern auf sich. Die Bürgermeisterin der Zerbster Partnerstadt Jever und Jevers Leiter des Fachdienstes Zentrale Dienste, Schule und Kultur haben den Neujahrsempfang in der Stadthalle fest im Terminkalender. Es sei denn, der Winter macht ihnen wie im vorigen Jahr einen dicken Strich durch die Rechnung.

Davon war am vergangenen Freitag keine Spur und so gab es eine Woche nach dem Neujahrsempfang in Jever eine Wiederbegegnung auf Verwaltungsebene – und mit vielen Zerbstern. Die Beziehungen sind eng zwischen Friesland und Anhalt, "nicht nur auf der Bürgermeisterebene, sondern auch zwischen vielen Vereinen und Bürgern", unterstreicht Angela Dankwardt (parteilos).

Dass diese Städtepartnerschaft nicht nur ein Titel, sondern mit Leben erfüllt sei, habe im vergangenen Jahr das 20-jährige Jubiläum nachdrücklich gezeigt. Zum Heimat- und Schützenfeststart Ende Juli wurde es in Zerbst gefeiert.

Gemeinsame Felder finden

Und auch im neuen Jahr gehen die Kontakte auf den verschiedensten Ebenen weiter. Im März feiert Jever sein 475. Stadtrechtsjubiläum. "Da ist ein Wiedersehen nahezu Pflicht", sagt der Zerbster Bürgermeister Helmut Behrendt (FDP). Bereits zu den am 12. Februar beginnenden 46. Zerbster Kulturfesttagen wird das Künstlerforum Jever zum 21. Mal mit einer Ausstellung beteiligt sein. Und für die Skatfreunde aus Zerbst und Jever steht in diesem Jahr das 20. Städte-Skat-Turnier an. "Wir werden es im September in Jever ausrichten und hoffen, die Zerbster ähnlich verwöhnen zu können, wie uns das voriges Jahr zuteil wurde", sagt Manfred Sabrautzki, der mit Ehefrau Rosemarie ebenfalls zum Neujahrsempfang nach Zerbst gekommen war.

"Wir arbeiten auf das 25-jährige Partnerschaftsjubiläum hin. Bis dahin soll die Partnerschaft weiter aktiv gelebt werden", blickt Angela Dankwardt auf das 2015 in Jever anstehende Jubiläum voraus.

"Vielleicht bin ich ja schon bald wieder hier", sagt der Nürtinger Oberbürgermeister Otmar Heirich (SPD) im Volksstimme-Gespräch. Lange Jahre war er nicht da, lange Jahre war auch Ruhe eingekehrt zwischen den Städtepartnern Zerbst und Nürtingen. Jetzt werden auch diese knapp 600 Kilometer zwischen den Orten wieder kürzer, "wollen wir unsere Beziehungen wieder intensivieren".

Der Zerbster Kulturamtsleiter Andreas Dittmann war in Vertretung des Bürgermeisters gerade beim Neujahrskonzert in Nürtingen (die Volksstimme berichtete), jetzt hat Otmar Heirich "die Einladung nach Zerbst gern angenommen". Nicht zuletzt, "um zu sehen, was Zerbst für Fortschritte gemacht hat".

Gegenbesuch wird erwartet

20 Jahre verbinden die sachsen-anhaltische und die baden-württembergische Stadt im kommenden Jahr. "Ich möchte vorschlagen, dass wir eine Gruppe aus Gemeinderäten beider Städte gründen, die sich Gedanken über gemeinsame Aktionsfelder macht", so Otmar Heirich. Auch ihm liegt es daran, "dass es nicht nur Begegnungen der Verwaltungsspitzen, sondern zwischen den Vereinen und der Bevölkerung gibt". Er selbst, erzählt der OB, habe eine Einladung zur Jubiläumsgala des Zerbster Carneval Clubs – und sei deshalb eben schon ganz bald vielleicht wieder in Zerbst ...

Helmut Behrendt freut sich, auch vor dem Hintergrund des Neuanfangs mit Nürtigen, darüber, dass "wir drei Städtepartnerschaften haben, die wirklich mit Leben erfüllt sind". Das gelte auch für das russische Puschkin. Im April wird der Zerbster Bürgermeister an einer Konferenz aller deutschen Städte mit russischen Städtepartnern in Rothenburg ob der Tauber teilnehmen.

Nachdem er gemeinsam mit Andreas Dittmann und Tetyana Nindel, der Vorsitzenden des Internationalen Fördervereins "Katharina II.", 2010 zum 300-jährigen Stadtjubiläum in Puschkin zu Gast war, "hoffen wir, dass in diesem Jahr ein Gegenbesuch des neuen Puschkiner Oberbürgermeisters in Zerbst zustande kommen wird".