Punkt 10 Uhr startete am Sonnabend vor dem Zerbster Roland der 6. Radfahrtag. Um die 60 Teilnehmer schlossen sich den drei Touren in die nähere und weitere Umgebung an.

Zerbst l Sonnenschein am blauen Himmel lassen des Radlers Herz höher schlagen. Zugegeben, der stramme Wind, der am Sonnabendvormittag wehte, weniger. Aber die Teilnehmer, die mit Martin Schmidt auf die Hammer-Tour gingen, konnten immerhin mit Rückenwind auf der Hinfahrt rechnen und in bester Radlermanier hoffen, dass sich der Wind bis zur Rückfahrt gedreht hat.

Den Titel Hammer-Tour hatte sich die Route doppelt verdient. Zum einen war der Kupferhammer in Thießen das Ziel, zum anderen bot sie mit ihren rund 45 Kilometern die weiteste Strecke des 6. Radfahrtages.

Punkt 10 Uhr hatte Viola Tiepelmann, Chefin der Tourist-Info, die zahlreichen Teilnehmer begrüßt und nach Infos und Belehrungen auf den Weg geschickt.

"Fahrradfahren hält jung und gesund", sagte Martin Schmidt. Der Tourleiter ist passionierter Fahrradfahrer, legt täglich zwischen 50 und 100 Kilometer zurück. Die Strecke nach Thießen führte über Bone, Bornum und Ragösen auf dem Hinweg und zurück über Streetz. Die Straßen und Wege war der 75-Jährige vor der Tour noch einmal abgefahren.

So geht auch sein Tourleiter-Kollege Rainer Sens vor, der noch am Freitag bei Schora verschiedene Wege ausprobiert hatte. Schließlich müssen die Gruppen halbwegs pünktlich an den verschiedenen Sehenswürdigkeiten eintreffen, wo sie erwartet werden. Kürzere, aber holprige Strecken bieten nicht zwangsläufig einen Vorteil gegenüber längeren, aber glatten Wegen.

Rainer Sens nahm auf fast 40 Kilometern seine Gruppe mit nach Buhlendorf, Schora, Gehrden. Besichtigt werden sollten unter anderem der Buhlendorfer Speicher, zudem wartete die Wasserjette auf die Pedalritter.

Rainer Sens, der im September die rund 60 Kilometer lange ADFC-Tour von Zerbst nach Burg leiten wird, schaffte vor ein paar Jahren kaum mehr als zehn Kilometer im Sattel. Inzwischen ist er täglich mit dem Fahrrad unterwegs.

Das ist auch für Helga Rahmsdorf, die dritte Tourleiterin, eine Selbstverständlichkeit. Jeden Donnerstag trifft sie sich mit Martin Schmidt für Touren von mehr als 50 Kilometern. Am Sonnabend leitete sie die kürzeste Strecke zum Frederikenberg "Das ist eigentlich eine bekannte Tour, aber wir versuchen immer etwas Neues zu finden." So besichtigten die Radler gemeinsam mit Pfarrer Lindemann die Kirche in Kermen und ließen sich von Helga Rahmsdorf ins dörfliche Leben damals und heute in Eichholz entführen. "Ich freue mich auf die Kirche Kermen. Die Besichtigung hatte letztes Jahr wegen des Hochwassers ausfallen müssen."

Auf dem Zerbster Marktplatz hatten sich nicht nur Radler aus Stadt und Umland eingefunden. Auch eine Köthener Gruppe hält beispielsweise dem Radfahrtag seit Jahren die Treue.

Damit der nächste Zerbster Radfahrtag wieder ein Erfolg wird, kommen Viola Tiepelmann und ihr Team am Nachmittag beim gemeinsamen Kaffeetrinken der Radlergruppen gern mit den Teilnehmern ins Gespräch, wollen wissen, was ihnen gefallen hat und ob sie vielleicht Vorschläge für künftige Touren unterbreiten möchten.