Heute wird bundesweit der Tag der Apotheke begangen. Anlass für die Volksstimme, um einmal hinter die pharmazeutischen Kulissen zu schauen und zwischen Pillen und Tinkturen manch Tipp für die eigene Hausapotheke einzuholen.

Zerbst l Der seit 1998 stattfindende Imagetag diene dazu, auf die Leistungen der Apotheken aufmerksam zu machen, sagt Jens Salomo. Jedes Jahr gebe es ein anderes Thema, erläutert der Inhaber der Raben-Apotheke auf dem Markt. Unter dem Motto "Sicher is(s)t sicher" wird diesmal auf die Wechselwirkungen zwischen Medikamenten und Lebensmitteln hingewiesen.

"Wir beantworten dazu alle Fragen", weist er auf die wichtigste Aufgabe eines Apothekers hin: die sachkundige Beratung. Genau dieser persönliche Kontakt bildet den Unterschied zu den inzwischen in Deutschland existierenden Versandapotheken im Internet. Viel individueller kann im direkten Gespräch auf den Kunden eingegangen werden. "Wir sind schnell greifbar", nennt Reina Steffen einen weiteren Vorteil gegenüber dem Online-Angebot. Die Chefin der Katharina-Apotheke auf der Breite denkt da an die Notdienste in der Nacht und an den Wochenenden. Zudem könnten fehlende Medikamente innerhalb weniger Stunden nachgeordert werden.

Die Hauptklientel bilden ältere Menschen. Sie würden die meisten Medikamente benötigen, berichtet Jens Salomo. Das kann Katrin Ille bestätigen. Ihr gehört die Neue Apotheke in der Dessauer Straße. Zugleich sei es standortabhängig, wer vor dem Tresen stehe, bemerkt sie. "Durch die Ärzte im Haus haben wir viele Rezeptkunden." In Einkaufscentern angesiedelte Apotheken wiederum hätten deutlich mehr Laufkundschaft. Bei dem, was die Kunden am häufigsten verlangen, gibt es spürbare saisonale Unterschiede. "Im Moment sind Allergien das große Thema", erzählt Jens Salomo. Die Nachfrage nach Reiseapotheken werde ebenfalls bald losgehen, vermutet er. Auch der Bedarf von Sonnenschutzmitteln steige nun, schätzt Katrin Ille. In der kalt-feuchten Jahreszeit hingegen seien vermehrt Mittel gegen Husten, Schnupfen und Heiserkeit gefragt. "Eine Grippewelle gab es dieses Jahr nicht, das merkt man", sagt sie. Dafür ging während des Hochwassers 2013 so einiges an Mückenschutz raus.

Während der wöchentlichen Notdienste müssen die Mitarbeiter der Apotheken meist Mittel gegen Kopf- und Zahnschmerzen oder Magen- und Darmbeschwerden herausgeben. Andere kommen mit einem Rezept von der Notfallambulanz des Krankenhauses. "Silvester dreiviertel Zehn hat mal jemand einen Schwangerschaftstest gewollt", erinnert sich Katrin Ille.

Bei ihr wie bei ihren Kollegen werden heute noch Arzneien selbst hergestellt. Die meisten Rezepturen verschreiben Hautärzte. "Aber auch Heilpraktiker", erzählt Jens Salomo von bestimmten Teemischungen. Zugleich ergänzt er, dass sie in der Raben-Apotheke auf pflanzliche Arzneimittel spezialisiert seien. Das Team von Katrin Ille bietet neben der pharmazeutischen Hautberatung Ernährungsberatung an. Ein breites Sortiment für Mutter und Kind sowie spezielle Kosmetik für empfindliche Haut findet sich in der Katharina-Apotheke.

Sind Medikamente verfallen, können sie über den normalen Restmüll entsorgt werden, da dieser in Verbrennungsanlagen landet. Katrin Ille empfiehlt jedoch, die Arznei vorher in eine Tüte zu tun, so dass niemand rankommt.

Und was gehört in eine Hausapotheke? "Es kommt drauf an, ob es sich um eine Familie mit Kindern handelt oder ältere Menschen", sagt Jens Salomo. Auch sei dies abhängig von den körperlichen Vorbelastungen, ob jemand chronisch krank ist, Allergien oder Herpes hat. Auf alle Fälle sollten Schmerz-, Fieber-, Desinfektions- und Verbandsmittel nicht fehlen. "Magentropfen würde ich immer zu Hause haben", ergänzt Katrin Ille. An Erkältungspräparate und Durchfallmittel, die gut und schnell wirken, denkt Reina Steffen noch.

 

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