Gestern fand die Sanierung der Ausbruchstelle an der Burgmauer der Walternienburger Wasserburg ganz offiziell ihren Abschluss. Der Kostenrahmen von 152 000 Euro wurde eingehalten.

Walternienburg l Nur zufriedene Gesichter gab es gestern Vormittag auf der Walternienburger Wasserburg. Die Sanierung der Ausbruchstelle in der Burgmauer wurde in großer Runde ganz offiziell abgeschlossen. Außerdem war die Vorfreude zu spüren, dass der nächste Sanierungsabschnitt ebenfalls in absehbarer Zeit beginnen kann.

Dort, wo aus nächster Nähe die wiederhergestellte Mauer in Augenschein genommen wurde, hätten die Frauen und Männer vor genau einem Jahr nasse Füße bekommen. Unter Hochdruck hatten am 5. Juni 2013 Feuerwehrleute mit Steinen und Sandsäcken die Einbruchstelle in der Burgmauer vor dem Hochwasser gesichert. Daran erinnerte Bürgermeister Andreas Dittmann, der aber betonte, dass die Terminüberschneidung 2013/14 reiner Zufall gewesen sei.

Ortsbürgermeister Heinz Reifarth hatte es im März 2012 gar nicht glauben wollen, als er die Nachricht von der eingestürzten Burgmauer erhalten hatte. Dass es zwei Jahre gedauert hat, dass der Bauabschnitt gestern offiziell übergeben wurde, lag auch am Hochwasser des vorigen Jahres. Die umfangreichen Vorbereitungen und das Sortieren des Materials nannte Heinz Reifarth als weitere Gründe.

Insgesamt wurde ein 21 Meter langer Abschnitt der Ringmauer inklusive Stützpfeiler saniert. Das entspricht laut André Weferling vom bauausführenden Betrieb einer Gesamtfläche von rund 110 Quadratmetern.

Der Bau ist nicht teurer geworden, als es die Planung mit 152 000 Euro vorgesehen hatte. Auch mit den Ämtern der Denkmalpflege habe es eine sehr gute Zusammenarbeit gegeben, lobte Andreas Dittmann. Die kenne er gar nicht anders, setzte Heinz Reifarth hinzu.

Die nun abgeschlossene Baustelle auf der Walternienburger Wasserburg wurde in Höhe von 45 600 Euro aus dem städtischen Haushalt unterstützt. Die Bereitschaft sei dafür im Stadtrat schon sehr früh vorhanden gewesen, erinnerte der Zerbster Bürgermeister. Die Burg in Walternienburg werde als touristische und kulturelle Einrichtung sowie als Trauzimmer des Standesamtes Zerbst wahrgenommen. "Viele finden hier ihr Glück." Für die Stadt und ihre Ortschaften könne das genauso sein.

Neben der Stadt beteiligten sich auch das Land Sachsen-Anhalt und die Europäische Kommission an der Sanierung der Ausbruchstelle. Aus Brüssel war auch schon Geld für den Pavillon, den Turm und die Markt- und Festscheune geflossen.

Bernd Köhler, Leiter der Zerbster Bauverwaltung, konnte mit der Baustelle eine weitere abschließen, bevor in wenigen Tagen sein Ruhestand beginnt.

Radfahrer, die auf die Burg zusteuerten, würden den sanierten Abschnitt schon gar nicht mehr als solchen erkennen, fügte Heinz Reifarth an. Den Besuchern fallen aber vor dem Passieren des Burgtores die beiden Hochwassermarken auf, die den Wasserstand der Jahrhunderthochwasser 2002 und 2013 nachvollziehen lassen.

Apropos Hochwasser. Die Schäden, die die Elbe 2013 an der Burg hinterlassen hat, können über die Fluthilfe behoben werden.

Eine Summe in Höhe von 324 000 Euro nannte Andreas Dittmann. Die Ausschreibung wird derzeit vorbereitet, so dass aller Voraussicht noch in diesem Jahr die Arbeiten begonnen werden können.

 

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