Stück für Stück geht die Sanierung der Ringmauer der Oberburg voran. Das Auslaufen der Bürgerarbeit stellt Lindau jedoch vor Probleme, was die weitere Pflege des Burg-areals und der vielgenutzten Wege und die Betreuung unangemeldeter Besucher betrifft.

Lindau l Am Kegeldach der Lindauer Burg nagt der Zahn der Zeit. Vor gut 20 Jahren, als die Stadt ihre Bereitschaft erklärt hatte, die stark sanierungsbedürftige Wehranlage zu übernehmen und im Gegenzug vom damaligen Regierungspräsidium Dessau eine Finanzhilfe erhalten hatte, war das Dach zuletzt saniert worden - zusammen mit der Wiederherstellung der Zinnen des Bergfrieds. Die damalige Sanierung war jedoch nicht nachhaltig genug. Insgesamt sei das Kegeldach zu "dünnwandig", erklärte Ortsbürgermeister Helmut Seidler. Dem soll mit einer zweiten Dachhaut abgeholfen werden. Dringt dann keine Feuchte mehr durchs Dach, kann der Veranstaltungsraum direkt unter dem Dach des Bergfrieds auch intensiver genutzt werden. Für kleine Konzerte oder Lesungen bietet die Etage im Bergfried eine außergewöhnliche Atmosphäre. Im Erdgeschoss befindet sich ein Trauzimmer des Standesamtes der Stadt Zerbst.

Die Sanierung des Kegeldaches ist Bestandteil des städtischen Haushaltsplanes.

Ein zweites Dach steht ebenfalls auf der Lindauer Wunschliste. Dieses soll das Sozialgebäude mit der Burgmauer verbinden, Schutz vor Sonne oder Regen bieten und damit Veranstaltungen wetterunabhängiger machen. "Wir wollen die Nutzungsmöglichkeiten weiter verbessern", sagte Helmut Seidler.

Darüber hinaus sollen die letzten Bauschäden an der oberen Ringmauer beseitigt werden. Das stellt die Lindauer vor ein ganz "modernes" Problem: Egal, ob die Mauerkrone mit Blei oder mit Kupfer abgedeckt wird, Metalldiebe schlagen bei beiden zu.

Gut zwei Drittel der Ringmauer sind inzwischen stabilisiert. Im unsanierten Abschnitt ist sie aufgrund der teilweise fehlenden Ziegelschichten von ihrem wehrhaften Charakter noch weit entfernt.

Noch ist die Lindauer Burg bei den Bürgerarbeitern Uwe Ruhe und Remo Petzold in guten Händen. Aber wenn in absehbarer Zeit ihr Beschäftigungsverhältnis ausläuft, wird die Pflege des Burgareals und des vielgenutzten Wegesystems zum Spazierengehen drum herum die Ortschaft vor ein großes Problem stellen. Zumal es zeitweise sechs Arbeiter gewesen seien, "die eine große Hilfe bei der Gestaltung des Burgareals waren".

Für die Bürgerarbeit(er) hat Helmut Seidler nur Lob übrig. Weil das Projekt über Jahre gelaufen sei, konnten sich die Arbeitnehmer mit ihren Aufgaben identifizieren und darüber eigenes Engagement entwickeln.

Neben den Pflegearbeiten geht es dem Ortsbürgermeister dabei auch um die Betreuung von Besuchern, die unangemeldet auf die Burg kommen. Ist Helmut Seidler selbst auf der Burg (und arbeitet mit den anderen mit), kümmert er sich um die Leute und bietet ihnen Führung und Erklärung. Aber immer könne er nicht da sein.

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