Der Pfingstgottesdienst am Sonntagnachmittag in der St. Trinitatiskirche war für elf junge Mitglieder der evangelischen Kirchgemeinden aus der Stadt und dem Umland ein ganz besonderer. Sie wurden konfirmiert.

Zerbst l "Für die elf Konfirmanden ist es heute ein wichtiger Tag: Der Schritt in die Religionsmündigkeit, das eigene Bekenntnis als Christ vor Gott und vor uns als Gemeinde", leitete Pfarrer Albrecht Lindemann am Sonntagnachmittag den Gottesdienst in St. Trinitatis ein.

Melina Lökes aus Zerbst, Sarah Schulze aus Bone, Marie Rückert aus Dobritz, Christopher Krüger aus Zerbst-Ankuhn, Jannick Ventur aus Zerbst, Hannes Mangold als Kleinleitzkau, Tim Scheuer aus Dobritz, Wilhelm Bleiche aus Grimme, Frieder Konstabel aus Gehrden, Elias Wenzel aus Moritz und Florian Hecht aus Roßlau - "prächtige Konfirmanden", so Albrecht Lindemann - haben sich zwei Jahre auf diesen besonderen Tag vorbereitet.

Diese zwei Jahre Konfirmationsunterricht wählte Pfarrer Thomas Meyer auch zum Ausgangspunkt seiner Predigt. Insgesamt 70 Mal seien die Mädchen und Jungen, jeweils mittwochs, zur Konfirmandenstunde zusammengekommen. 40 Gottesdienste haben sie in den zwei Jahren besuchen sollen. Mancher hat mehr geschafft. "Es gibt Leute, die machen so was gerne", sagt Thomas Meyer. Mancher habe das nicht geschafft, zum Beispiel, weil man morgens um 10 Uhr im Dunklen nicht immer die Kirche finden konnte, fand der Pfarrer launige Begründungen. Den Psalm 23 haben sie gelernt, der auch im Gottesdienst eine Rolle spielte. Sie waren auf Konfirmandenfreizeiten mit Singen, Beten, Tanzen, Klettern...

"Wirkt das, was wir als Kirche machen, nicht ein wenig aufgeblasen", fragt Thomas Meyer und meint: "Da ist es kein Wunder, wenn manchem die Luft einfach raus geht." Wenn dem Ballon des Glaubens die Puste ausgehe.

Am Glauben müsse jeder für sich dran bleiben. Das habe er als Christ immer wieder gelernt, sagt der Pfarrer, und es von anderen vorgelebt bekommen: "Wenn ich mich von Gott abwende, verliere ich meinen Glauben."

Er gab das besonders den Konfirmanden mit auf den Weg und zugleich allen Besuchern des Abendmahl-Gottesdienstes, "heute den Tag des lebendigen Glaubens" zu feiern. Für "frische Luft aus dem Sauerstoffzelt unseres Gottes."

"Ihr werdet nun immer mehr selbst bestimmen, welchen Weg ihr geht, ihr sollt eure eigenen Entscheidungen nun auch in der Kirche treffen, und ihr sollt sie treffen dürfen und können", so Albrecht Lindemann zu den Konfirmanden. Er forderte sie zum Bekenntnis auf, nun diesen "Weg als Christen zu gehen". Von beiden Pfarrern erhielten sie ihren jeweiligen Konfirmationsspruch, eine Kette mit einem kleinen Kreuz sowie den Segen.