800 Jahre sind seit der Ersterwähnung Kleinleitzkaus vergangen. Auf den Tag genau fand ein Festgottesdienst statt und der wieder aufgefundene Taufstein konnte enthüllt werden.

Kleinleitzkau l Der 9. Juni ist ein denkwürdiger Tag in der Geschichte Kleinleitzkaus. 1214 beurkundete Bischof Balduin das von Ida von Zerbst gegründete Zerbster Nonnenkloster. Im Codex Diplomaticus Anhaltinus ist die Urkunde mit der Ersterwähnung der Kirche in Lyzkov enthalten. Da passte der Pfingstmontag, um das Ereignis würdig zu begehen.

Zum Festgottesdienst versammelten sich die Kleinleitzkauer und Gäste in der Kirche. Aus gegebenem Anlass war sogar der Kirchenpräsident Joachim Liebig gekommen, um die Predigt zu halten. Der Friedrich-Schneider-Chor aus Dessau trug zur Umrahmung der Veranstaltung bei.

Doch die Stunde in der Kirche sollte noch nicht alles gewesen sein. Gleich neben dem Eingang wartete etwas besonderes auf seine Enthüllung. Der Taufstein, wohl das älteste Objekt des Ortes, hat hier für alle Öffentlichkeit sichtbar, einen würdigen Platz gefunden.

Der Taufstein hatte, ohne sich dessen Bedeutung bewusst zu sein, zuletzt als Blumenkübel bei der Familie Bahn im Vorgarten gedient. Und wie es der Zufall wollte, fand sich auch der originale Sockel dazu im Dorf wieder an. Das Ganze konnte mit Hilfe eines Steinmetzes wieder zusammengestellt und aufgearbeitet werden. Ein Untergrund wurde gepflastert.

Zur Enthüllung rief Ortsbürgermeister Mario Rudolf Renate Bahn, Cornelia Will in Vertretung der Familien Kelsch, Will und Nissecke, sowie symbolisch den Kleinleitzkauer Nachwuchs Willi Zimmermann und Mathis Mangold an das weiße Tuch. Ulrich Hahn von der Evangelischen Weinberggemeinde bat die Frau des verstorbenen Herrmann Schuboth, der den Text des Kleinleitzkauer Liedes geschrieben hatte, dazu. Gemeinsam wurde das Tuch gelüftet.

Eine weitere Enthüllung folgte: An der Mauer gleich hinter dem Taufstein weist jetzt eine kleine Tafel auf das Jubiläum hin. Die Sängerinnen und Sänger des Friedrich-Schneider-Chores nahmen auch draußen noch einmal Aufstellung, um zu singen. Extra für den Tag einstudiert, gaben sie das Kleinleitzkauer Lied zum Besten, das Siegfried Bethmann, der seine Wurzeln in Bornum hat, schon für die 775-Jahrfeier Kleinleitzkaus komponiert hatte. Bei einem gemeinsamen Kaffeetrinken mit selbstgebackenem Kuchen klang der Nachmittag aus.

Festtage im August

Ein ganzes Festwochenende aus Anlass des Jubiläums wird es dann vom 29. bis 31. August geben. Die Einwohner wollen ihre Höfe öffnen und überall wird es etwas zu sehen geben, von alten Motorrädern über landwirtschaftliches Gerät bis hin zu Mediteranem. Eine Fotoausstellung wird vorbereitet, und ein historischer Vortrag über die Geschichte Kleinleitzkaus soll schon am Donnerstag, 28. August, gehalten werden. Eine Festschrift ist in Arbeit, ebenso handgemachte Erinnerungen an das Jubiläum. Der zentrale Festplatz wird mitten im Dorf auf der Wiese neben der Kirche eingerichtet.

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