Zerbst l "Dieses Bild von der Käsperstraße ist auf jeden Fall erst nach 1970 entstanden." Anrufer Klaus Thielen ist sich dessen so sicher, weil er bis 1976 selbst in dieser Straße gewohnt hat. "Und zwar in der Nummer 27, dem Haus mit der hellen Fassade." In der oberen Etage wohnte er. Um 1970 sind von jenem Haus Erker abgerissen worden, weil es oftmals hineingeregnet hat.

In der Nummer 29, dem mittleren Haus auf der historischen Aufnahme, wohnte damals Familie Biedemann. "Sie hatten eine Eisenwarenhandlung in der Fuhrstraße. In etwa auf der Höhe des heutigen Kaufhauses am Markt", weiß Klaus Thielen zu berichten. In dem kleinen, zur Straße leicht versetzt stehenden Haus lebte zudem die Tochter eines beliebten Zerbster Arztes, wie Klaus Thielen berichtet. Sie bat ihn als Jugendlichen, ob er nicht für sie im Winter Schneefegen könne. Eine Behinderung machte ihr dies unmöglich. "Da habe ich gern eingewilligt. Allerdings klingelt sie schon, ob ich denn Schnee fegen werde, wenn noch keine drei Flocken gefallen waren." Auch konnte sich Klaus Thielen, der heute nur wenige Meter entfernt im Wäschkeweg wohnt, daran erinnern, dass auf Höhe des Grünstreifes ein großer Nussbaum gestanden hat. "Als Kinder haben wir dann immer gehofft, dass auch für uns ein paar Nüsse abfallen."

Kurt Niemitz erzählt, dass in der Nummer 31 (dem kleinen Haus) Schuhmachermeister Fritz Kuhle lebte und arbeitete. "Ich habe dort meine Lehre zum Schuhmachermeister gemacht und als Geselle gearbeitet", erzählt der Zerbster. Die beiden oberen Fenster gehörten zur Werkstatt.

Auch Brigitte Hänel wuchs in der Käsperstraße auf. "Wenn wir bei Schuhmacher Kuhle gewartet haben, um unsere Schuhe abzuholen, haben wir als Kinder oftmals eine Leckerei bekommen", erzählt sie. Außerdem stand damals nach einem Regenschauer immer ein Teil der Straße unter Wasser. "Dort, von wo das aktuelle Bild aufgenommen wurde, befinden sich Mauerreste. Da stand das Wasser. Dann haben wir als Kinder im Sommer dort gebadet und sind drin rumgerannt."

Das Grundstück Nummer 33 bewohnt Ines Höhne. "Das Bild muss Anfang der 90iger entstanden sein, während der Vermessungsarbeiten für den Neubau", erzählt die Zerbsterin. Zuvor stand etwa auf Höhe des Wagens der große Nussbaum. "Um den war unser Telefonkabel gewickelt."

Annemarie Gründer erkannte die Käsperstraße ebenfalls. Familie Sandkuhl wohnte bereits damals in der Nummer 27. Auch Gisela und Helmut Lehmann, Hella Pilling, Helmut Morbach, Klaus Seifert, Detlef Teßmann und Angela Braune erkannten die Abbildung.

Über den Gewinn eines Handtuches kann sich Brigitte Hänel freuen. Der Preis kann ab Montag in der Lokalredaktion, Alte Brücke 45, abgeholt werden.

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