Zerbst l Plötzlich ging alles ganz schnell: Wie nasse Hunde stehen die Pilger im Eingang von St. Trinitatis, nachdem sie auf dem letzten Wegstück von Bone nach Zerbst von einem kräftigen Regenguss erwischt wurden. "Das zweite Mal schon", brummte einer. Aber die Laune unter den zuletzt 22 Pilgern war bestens. Einige waren seit 2009 jährlich auf Abschnitten des Sachsen-Anhaltischen Lutherweg-Teils gepilgert, nunmehr sind sie "einmal komplett in allen Abschnitten gewesen", wie Pfarrer Thomas Meyer berichtete.

Mit 15 Leuten war die Pilgergruppe am Donnerstag in Wittenberg gestartet. Abgesehen vom ersten Abschnitt bis nach Klieken, war diese Pilgerreise eine "eher gemütliche", wie Mario Rudolf aus Garitz berichtete. Ganz hervorragend sei die Verbindung zu allen auf dem Weg befindlichen Gotteshäusern gewesen. "Wir haben an jeder für eine Andacht gehalten, wurden dort auch meist begrüßt und konnten unseren Wunsch, auch diese Kirche zu einer ,entschlossenen`, also permanent geöffneten zu machen, vorbringen", so Meyer.

Pilgern wird immer beliebter. "Es ist das Laufen an sich, die innere Einkehr. Man bekommt den Kopf frei. Man erzählt mit anderen oder auch nicht. Geeint nur in dem gemeinsamen Ziel. Man kann abschalten", sagt Rudolf. Sind Mobiltelefone erlaubt? "Ganz ohne geht es nicht. Aber wir beschränken uns erheblich. Wer angerufen wird, fällt zurück und erledigt seine Angelegenheiten so knapp wie möglich."

Die Zerbster werden auch 2015 auf Pilgerreise gehen. Ein Teil wird von Mansfeld nach Erfurt pilgern. Eine weitere Gruppe wird sich wohl erneut ein Stück des hiesigen Lutherweges vornehmen. "Dann wollen wir weitere Kirchen anlaufen und zur Entschlossenheit aufrufen", so Meyer.