Ein Jahr gehört die Stadt Loburg nun zu Möckern. Doch wie empfinden das die Bürger? Hat sich einiges verbessert oder verschlechtert, wollte die Volksstimme bei einer kleinen Straßenumfrage wissen. Die Meinungen sind durchaus gemischt.

Loburg. Ute Reichel aus Bomsdorf stört bei dem Zusammenschluss mit Möckern vor allem die Einführung der gelben Säcke. "Das ist für uns eine klare Rückentwicklung. Wir hatten vorher die gelbe Tonne. Dort war alles sauber drin. Wenn ich jetzt diese dünnen Säcke sehe, die permanent reißen und der Müll dann auf der Straße liegt, bin ich richtig sauer", sagt sie. "Ich kann nicht verstehen, dass der Landkreis keine gelbe Tonne einführt. Ich glaube viele Leute wären dafür und sauberer für die Orte wäre es auch", ist sie überzeugt.

Petra Sanftenberg aus Hobeck sieht den Zusammenschluss mit Möckern gelassen: "Ich hatte bislang noch nicht viel mit der Verwaltung zu tun. Allerdings wünsche ich mir mehr Informationen aus dem Landkreis", sagt sie. Die Größe der Stadt Möckern stört etwas. "Ich finde Möckern ist etwas zu groß geworden. Ich bin mir nicht sicher, ob alle Einwohner die Größe der Stadt überschauen können", fragt sie sich. Etwas kleiner hätte es ihrer Meinung nach ruhig sein können. Dass Loburg den Anschluss nach Möckern gesucht hat, empfindet sie als richtig. "Ich wollte nach Möckern. Historisch haben wir immer schon zu Burg gehört. Deswegen ist der Zusammenschluss für mich die logische Konsequenz", macht sie deutlich. Nun müsse die gesamte Stadt entwickelt werden, meint sie weiter.

Magdalena Mann aus Loburg hat noch erlebt, dass ihre Geburtsstadt eine Kreisstadt war. "Loburg ist so runtergekommen. Das finde ich traurig", sagte sie. "1957 hatte Loburg noch eine wichtige Bedeutung. Dann ging es nur noch bergab", ist die Rentnerin überzeugt. Nach der Wiedervereinigung gingen viele Loburger weg, bedauert sie den Einwohnerschwund. "Möckern war nicht mein Wunsch gewesen. Aber wir sind ja nicht richtig gefragt worden", blickt sie auf die Fusion skeptisch. Ob sich nun etwas aus der neuen Stadt entwickle, müsse abgewartet werden. Die neue Stadt, die auch die Grenze zu anderen Landkreisen bilde, müsse sich auch für die am Rand liegenden Orte einsetzen, damit es dort ebenso eine Entwicklung zum Positiven geben könne, ist sie überzeugt.

Heidrun Braun kann sich mit Möckern anfreunden: "Ich bin damals von Möckern nach Loburg wegen meines Mannes hergezogen. Jetzt wohne ich wieder in Möckern", schmunzelt sie. Nun dürfe Loburg nicht zum fünften Rad am Wagen werden, warnt sie aber. "Schön ist, dass Loburg eine neue Turnhalle bekommt. Ich hoffe, dass die Sekundarschule noch lange hier bleibt. Ein großes Problem ist der öffentliche Nahverkehr. Wir orientieren uns jetzt nach Burg. Es ist aber sehr schwer mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die Kreisstadt zu kommen, sagen mir immer wieder die älteren Bürger. Frühmorgens und am Nachmittag gibt es eine Busverbindung. Das ist einfach viel zu wenig", ist sie überzeugt. Hier, fordert sie, sollte der Landkreis dringend nachbessern.

   

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