Zahlreiche Vertreter der Volkssolidaritätsgruppen aus dem Bereich des Altkreises Zerbst trafen sich am Dienstag in der Zerbster Begegnungsstätte Nord. Dort nutzte Verbandskoordinatorin Ursula Friedrich die erste Stützpunktberatung im neuen Jahr für eine Rückschau auf 2010 und einen Ausblick auf 2011. Dabei ging sie auf die vielen Aktivitäten, sozialen Projekte und die Mitgliederentwicklung ein.

Zerbst. Zum 31. Dezember 2010 gehörten im Bereich Zerbst 1 858 Frauen und Männer den 45 Ortsgruppen der Volkssolidarität an. Damit sank die Zahl der Mitglieder zwischen Loburg und Oranienbaum. "Die Freude über den Zugang von 70 Neumitgliedern wurde getrübt durch 196 Abgänge", sah Ursula Friedrich in die Statistik. Gegen Sterbefälle und altersbedingte Austritte könnten sie nichts tun, bedauerte die Verbandskoordinatorin.

Zugleich rief sie einmal mehr zur aktiven Mitgliedergewinnung auf. Zwei neue Mitglieder je Ortsgruppe und Jahr lautet weiterhin das gemeinsame Ziel, das einige bereits jetzt im Januar geschafft haben. Die Lindauer beispielsweise können drei neue Gesichter in ihren Reihen begrüßen. "Darunter ist sogar ein Mann", bemerkte der Ortsgruppenvorsitzende Günter Sens. "Der zählt doppelt", warf da jemand lachend ein, ist das weibliche Geschlecht doch meist deutlich in der Mehrheit.

Voller Hochachtung blickte Ursula Friedrich auf die "beachtliche Zahl" derjenigen, die in ihrem Zuständigkeitsbereich ehrenamtlich tätig sind. Es brauche Helfer, um alles zu realisieren, würdigte sie den Einsatz der 247 Aktiven, "auf deren Unterstützung man sich verlassen kann".

Stolz machte die Verbandskoordinatorin ebenfalls das Ergebnis der Haus- und Straßensammlung 2010. Insgesamt kamen hier 9 555,58 Euro zusammen. "Damit hat wohl keiner gerechnet", bemerkte sie. Es sei immer wieder überwältigend, dass auch in solch kleinen Orten so viel gesammelt werde.

Senioren unterstützen soziale Projekte

Zudem freute sie, dass immer mehr Gruppen einen Teil ihrer Rücklaufgelder sozialen Projekten zukommen lassen.

Da übergaben zum Beispiel die Reudener dem Verein Hilfe für Tschernobylkinder aus Brjansk eine Spende, während in Garitz, Deetz und Zeppernick die jeweiligen Kitas Zuwendungen erhielten. Und die Zerbster Kindertafel wurde gleich von mehreren Ortsgruppen bedacht.

Zuschüsse ermöglichten viele Besserungen

Aber auch sie selbst konnten im vergangenen Jahr von finanziellen Zuschüssen profitieren, sprach Ursula Friedrich für den Zerbster Bereich der Volkssolidarität. Von der Kreissparkasse Anhalt-Bitterfeld bekamen sie 1 200 Euro für den Kauf von Gartenmöbeln und Sonnenschirmen.

Weitere Gelder flossen seitens des Landkreises Anhalt-Bitterfeld. Neben 5 000 Euro für den Erhalt der Außenstelle in der Breiten Straße und 854 Euro für die Anschaffung eines Computers nebst Drucker stellte der Kreis weitere 998 Euro zur Ausstattung der Begegnungsstätte Nord bereit, wofür unter anderem eine Leinwand und ein Beamer angeschafft wurden.

Auch die Stadt Zerbst stellt dem Verband beispielsweise alljährlich die Stadthalle für seine drei traditionellen Großveranstaltungen – das Frühlings-, Sommer- und Adventsfest – zur mietfreien Nutzung zur Verfügung. Daneben verwies sie auf die Dämmung der Fassade der Begegnungsstätte, in welche die Stadt fast 22 000 Euro steckte.

Nicht zuletzt konnte erneut mit der Unterstützung verschiedener Sponsoren gerechnet werden. Ursula Friedrich ließ aber auch Renate Schulze nicht unerwähnt, die seit Juni gemeinsam mit Elke Rieseler und Brigitte Ritter den Bereich Zerbst im neu gewählten Beirat des Regionalverbandes Elbe-Saale vertritt. Sie spendet jeden Monat 20 Euro für die Begegnungsstätte Nord.

2010 hatte viele Höhepunkte

2010 wartete die Begegnungsstätte wieder mit vielfältigen Veranstaltungsangeboten auf, die auf rege Resonanz stießen. 6 829 Besucher konnten in der Statistik festgehalten werden. "Jahreszeitliche Höhepunkte wurden gesetzt und alltägliche Treffen ermöglicht", wusste Ursula Friedrich den Einsatz von Einrichtungsleiterin Sigrun Bürgel und ihrem Team zu schätzen. Dabei hob sie das unermüdliche, ehrenamtliche Engagement von Jürgen Specht hervor.

Darüber hinaus ging Ursula Friedrich auf die verschiedenen Aktivitäten ein, die das Leben der einzelnen Ortsgruppen prägten. Nicht selten wurde da auch zusammen gefeiert. Die Verbandskoordinatorin erinnerte an das Ladeburger Frühlingsfest, die Spargelfeste in Gödnitz und Ragösen sowie das Sernoer Herbstfest. Zudem ließ man sich die Angebote der Volkssolidarität auf Landesebene nicht entgehen. Am Wandertag in Sangerhausen zum Beispiel beteiligten sich 63 Frauen und Männer aus dem Bereich Zerbst. Und die Walternienburger fuhren zum Tanzkreistreffen nach Aschersleben.

"Nicht zu vergessen sind die Verlängerungen der Patenschaftsvereinbarungen", sagte Ursula Friedrich. Sowohl die Garitzer Kita und die Ortsgruppe Garitz als auch die Grundschule An der Stadtmauer und die Zerbster Ortsgruppe 9 beschlossen, ihre generationsübergreifende Kooperation fortzusetzen.

Letzte Beratung für Ursula Friedrich

Fortgeführt wurden im vergangenen Jahr ebenfalls die Besuche bei hochbetagten und bei kranken Mitgliedern sowie die Gratulationen zu Geburtstagen und Jubiläen. Allen, die sich in irgendeiner Weise in die Ortsgruppenarbeit einbringen, sprach Ursula Friedrich ein großes Dankeschön aus.

Für sie selbst war es übrigens die letzte Stützpunktberatung. Am 28. Februar verabschiedet sich die rührige Verbandskoordinatorin in den Ruhestand. Zuvor hat sie aber noch emsig am abwechslungsreichen Veranstaltungsplan für dieses Jahr mitgewirkt, den sie kurz vorstellte. Vom Frühlingsfest mit dem "Caruso der Berge" bis zum Gartenfest mit Rosenpräsentation reicht die vielfältige Palette (siehe Info-Kasten).