Rodleben (fw) l Unterricht im Wald hat man nicht alle Tage. Die Grundschule an der Stadtmauer in Zerbst hatte gestern den Sachkunde- mit dem Sportunterricht kombiniert und die Kinder mit einigen sportlichen Übungen und Wissenstationen rund um das Waldjugendheim Spitzberg überrascht. Geboren waren die Waldjugendspiele, vor zwei Jahren zum ersten mal erprobt und nun neu aufgelegt.

Aufgeteilt in zehn Kinder pro Gruppe verbrachten die Schüler der zweiten und vierten Klassen einen ganzen Vormittag im Wald. An zehn Stationen galt es, Wissen über den Wald und seine Bewohner oder sportliches Talent zu beweisen. Manchmal war sogar beides gefragt. Pflanzliches, Sportliches, Tierisches, Holziges und sogar Brennendes waren die Themen an den Stationen. Brennendes im Wald? Die Klassenlehrerin der 4c erklärte: "Da brennt in Wirklichkeit gar nichts, das ginge ja nicht. An der Station Brennendes sollen die Kinder Weitwurf üben, allerdings mit Tannenzapfen", so Silke Handrich.

"Uns ist es auch wichtig, Wissen über den Wald zu vermitteln. Hier lauern schließlich auch Gefahren, wie etwa Zecken", so die Lehrerin weiter. Mitarbeiter des Rodleber-Forstamts warteten an einigen Stationen auf die Kinder, um zum Beispiel die seltsamen Ringe in Baumstämmen zu erklären.

Viele Kinder hatten bereits im Sachkundeunterricht schon so viel über den Wald gelernt, dass sie sofort wussten, warum der Baum die Ringe hat: "Das sind Jahresringe", rief Timon aus in die Runde. Auch, was die wenigen dunklen Verfärbungen in den Ringen bedeuten, war für den Jungen kein Geheimnis mehr: "Da hat es mal gebrannt, aber vor vielen Jahren schon". Der nebenstehende Forstamtsmitarbeiter nickte zustimmend. Diese Antwort war goldrichtig!

Eine der spannendsten Stationen war für viele Kinder die Wanderung über eine "tiefe Schlucht" auf einem Seil. Die Höhe war natürlich nur simuliert, doch das Balancieren war auch so eine Herausforderung für die Grundschüler. Wer dabei ins Schwanken gerat, konnte sich auf Lehrerin Silke Fandrich verlassen, die in solchen Fällen sofort zur Stelle war.

Bevor es gegen Mittag wieder nachhause ging, wurde zum Ende des Schultages noch gegrillt im Wald. Ein schöner Abschluss für einen so ungewöhnlichen und aufregenden Tag.