Gommern l Um den Rückzug des Unternehmens Voith Turbo und die Zukunft des Standortes in Gommern ist neue Bewegung gekommen. Wie Gommerns Bürgermeister Jens Hünerbein am Montag bestätigte, gebe es "zielführende Verhandlungen mit Investoren, die dort ab Oktober wieder eine Produktion vornehmen" wollen. Noch gebe es nichts Abschließendes und es sei auch noch nichts unterschriftsreif, lenkte der Bürgermeister ein, "aber zumindest ist es ein Lichtblick, der uns sehr freut", fügte er an. Sollten die Verhandlungen abgeschlossen werden, gehe dort wenigstens zum Oktober nicht das Licht aus und es bleibe produzierendes Gewerbe ansässig. Dass jedoch alle 120 Arbeitnehmer dort weiterhin Anstellungen finden könnten, "davon sei nicht auszugehen", sagte Jens Hünerbein.

Die Heidenheimer wollten die Zukunftspläne für den Standort Gommern nicht bestätigen, dementierten ihn aber auch nicht. "Wir werden uns bis zum 30. September zurückgezogen haben", sagte Sprecher Dirk Böckenhoff. "Wir führen zwar Gespräche mit potenziellen Interessenten zur Verwertung der Infrastruktur, aber es geht in den Gesprächen nicht um eine Übernahme", betonte der Sprecher. Infrastruktur sei das Gebäude, das Grundstück und die Vermögensgegenstände im Gebäude wie beispielsweise die Maschinen. "Ob jemand welche Art von Geschäften dann weiter führt, ist reine Spekulation, an der wir uns nicht beteiligen", fügte er an. "Wir werden die Gespräche mit Interessenten auch nicht kommentieren." Eine Fortführung der Geschäfte gebe es nicht.

Im Januar hatte Voith Turbo den Rückzug aus Gommern angekündigt. Grund sei die Unrentabilität des Standortes. Seit dem seien die Gespräche mit dem Betriebsrat geführt wurden. "Es gibt für die betroffenen Mitarbeiter Abfindungen. Die Mitarbeiter haben die Möglichkeit, in eine Transfer-Gesellschaft einzutreten." Voith-Turbo hebe das Transfer-Kurzarbeitergeld auf 80 Prozent des Netto-Entgeltes an. Für die neun Auszubildenden seien in der Region andere Ausbildungsplätze gefunden worden, fügte Böckenhoff an.

Aus dem Wirtschaftsministerium war nichts Konkretes zu erfahren. Das Ministerium habe bei der Suche nach Investoren geholfen. "Die konkreten Verhandlungen mit potenziellen Käufern liegen jedoch in der Verantwortung des Unternehmens", sagte Sprecherin Franziska Krüger.