Die angekündigten Baumfällungen in Zeppernick sind gestern Vormittag erfolgt. Ein Unternehmen fällte entlang der innerörtlichen Bundesstraße 246 insgesamt 54 Bäume. Nun stehen nur noch Aufräumarbeiten an, von den zuvor markierten Linden steht keine mehr. In Zeppernick ist der Ärger groß.

Von Stephen Zechendorf und Petra Wiese

Zeppernick/Loburg. Mit Unverständnis bis Fassungslosigkeit reagierten zahlreiche Bürger in Zeppernick. Ortschaftsratsmitglied Lutz Specht will die Aussage, dass der Ortschaftsrat eine Empfehlung zum Abholzen der Bäume gegeben habe, nicht unkommentiert lassen: "Die Verwaltung der Stadt Möckern hat die Baumfällungen nicht auf vorhergehenden Wunsch oder Empfehlung des Ortschaftsrates Zeppernick veranlasst, sondern der Ortschaftsrat hat einer entsprechenden Beschlussvorlage der Stadt Möckern zugestimmt, weil anders ein grundhafter Ausbau der Ortsdurchfahrt nicht zu realisieren ist." Zunächst habe man sich tatsächlich gegen die Fällung ausgesprochen.

Die Maßnahme erfolgte in Vorbereitung der für dieses und kommendes Jahr angedachten Sanierung der Bundesstraße. Straßenbaulastträger ist hier der Landesbetrieb Bau (Mitte). Die Stadt Möckern beteiligt sich mit dem zeitgleichen Bau der Nebenanlagen, vorausgesetzt, die beantragten Fördermittel werden gewährt. Nach Aussage des Möckeraner Bauamtsleiters Mathias Klack ist zu einem späteren Zeitpunkt vorgesehen, Ersatzpflanzungen vorzunehmen. Dies erfolge im Verhältnis eins zu eins. Das bedeute aber nicht, dass da, wo nun zwei Bäume entfernt wurden, auch wirklich wieder zwei stehen werden. Die Ersatzpflanzungen können auch an anderer Stelle erfolgen.

Kritik an der Aktion äußerte auch Dr. Christoph Kaatz, der Sprecher des ökologischen Beirates von Loburg, der schon bei der Fällung der fünf Linden am Loburger Münchentor unlängst Stellung bezogen hatte: "Es ist schlimm, was da in Zeppernick passiert." Er hat kein Verständnis dafür, dass nun auch in Zeppernick mehr als 50 Bäume gefällt werden sollen. "Meines Erachtens hätte man sicherlich auch andere bauliche Möglichkeiten gehabt", meinte der Storchenvater. Wo ein Wille ist, fände sich auch immer ein Weg.

Einige Anwohner an der Bundesstraße in Zeppernick befürchten nun, dass die Autos noch mehr rasen werden. "Jetzt knallen sie sofort in unsere Häuser", so eine ältere Dame gestern.

Die Straßensanierung in Zeppernick erfolgt ab etwa Mitte dieses Jahres in zwei Abschnitten. Im ersten Teil wird die Straße vom Ortsausgang Richtung Loburg bis Abzweig Wendgräben grundhaft erneuert und dabei um etwa 50 Zentimeter abgesenkt. Dies hätte auch bedeutet, dass den Bäumen ohnehin der Boden unter den Wurzeln weggezogen worden wäre. Nach dem Winter soll der zweite Bauabschnitt von Zeppernick Ortsmitte bis Bahnanlage erfolgen. Teilweise bedeutet dies eine Vollsperrung der Ortsdurchfahrt mit zum Teil weiträumigen Umleitungen.