Vor 120 Jahren wurde der Zerbster Wasserturm erbaut. Seit fünf Jahren kümmert sich ein Förderverein um das Baudenkmal. Am Sonnabend lud der Verein mit einem bunten Programm zum Jubiläumsfest ein.

Zerbst l Das Wasser möge zumindest heute da bleiben, "wo es hingehört, in den Wolken und in den Leitungen", wünschte der Zerbster Bürgermeister Andreas Dittmann (SPD).

Ums Wasser hat sich nämlich am Sonnabendnachmittag (fast) alles gedreht. Der Förderverein Wasserturm Zerbst lud zu einem Fest anlässlich 120 Jahren Zerbster Wasserturm ein.

Andreas Dittmann erinnerte an die Geschichte des Wasserturmes aus der Sicht der Kommunalpolitik. Einmal, dass es immerhin von 1877 bis 1893 dauerte, ehe sich der damalige Gemeinderat - und das dann auch nur auf Drängen der Landesregierung - entschloss, auch in Zerbst eine moderne Wasserversorgung errichten zu lassen.

Andererseits habe der jetzige Stadtrat per Beschluss vom 27. Mai 2009 der Übernahme des 1994 außer Betrieb gegangenen Wasserturmes in Stadtbesitz zugestimmt. Besonders würdigte der Bürgermeister das hohe ehrenamtliche Engagement des seit 2009 aktiven Fördervereins Wasserturm Zerbst.

Dessen 67 Mitglieder und zahlreiche Unterstützer haben sich bisher sehr erfolgreich um den Erhalt und die Sanierung des historischen Bauwerkes gekümmert und das Gelände mit zahlreichen Veranstaltungen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, wie die Vereinsvorsitzende Sigrun Knäbel betonte.

Vielfältige Aktivitäten sind seither in Angriff genommen worden. Die Erfolgsliste ist lang: handarbeitsaufwändiges Schuttentsorgen, Dachsanierung, Brunnenstuben wieder herrichten, Wandarbeiten und Fußbodenneuverlegung im Turm, Gestaltung des Außengeländes, dazu Veranstaltungen vorbereiten und betreuen und...

Besonders hob Sigrun Knäbel auch die Leistungen der Bauleute Ende des 19. Jahrhunderts hervor, die in nur einem Jahr das komplette Wasserwerk aufbauten. Damit konnten die alten, nicht mehr funktionierenden hölzernen Wasserleitungen mit Gefälle und verschiedenen Zapfstellen durch eine moderne Wasserversorgung für die Zerbster Bürger ersetzt werden.

Davon seien heute noch der Turm selbst, eine der drei Brunnenstuben und die ehemalige Maschinenhalle, jetzt ein Meisterbereich der Heidewasser GmbH, erhalten. Der "gute Nachbar", so Sigrun Knäbel, war am Sonnabendnachmittag mit einem Informationsstand zur heutigen Wasserversorgung vertreten.

"Es gibt viele gute Gründe, das 120-jährige Jubiläum unseres Wasserturms mit einem Fest zu begehen", so Sigrun Knäbel. Und die Gäste kamen zuhauf. Das Wetter hielt durch. Überall waren mit blauen T-Shirts bekleidete Vereinsmitglieder zu Gange. An zwei Stellen, in einer Brunnenstube und im Turm selbst, wurde, unter anderem mit selbstgebackenem Kuchen, die Versorgung "abgesichert". Andere betreuten die Tombola oder die Kinderbelustigungen.

In vielen Gesprächen mit Mitgliedern des Fördervereins machten sich die Gäste mit der Geschichte dieses imposanten Bauwerkes mit Wahrzeichen-Charakter für Zerbst vertraut.

Ab 15 Uhr wurde der ebenfalls im Rahmen des bisherigen Vereinsengagements angelegte Betonweg durch das Gelände zur Freilichtbühne. Gut 20 Mädchen und Jungen aus der Zerbster Kita "Benjamin Blümchen", extra geschmückt mit einem Wasserturm-Anhänger, unterhielten die Gäste mit einem sehr schönen Programm.

Eine Damencrew der Zerbster Verkaufseinrichtung AWG präsentierte anschließend neueste Mode. Aerobic und lateinamerikanische Tänze wurden kombiniert in der stimmungsvollen "Zumba"-Vorführung, die die Wasserturm-Festgäste außerdem erleben konnten.

An einer anderen Stelle war das Rettungsboot der DLRG ein gern besuchtes Objekt, nicht nur für die Kinder. Die Gebietsverkehrswacht kümmerte sich um Kinderschminken.

"Wir sind froh, dass uns so viele Gäste besucht haben. Unsere Anstrengungen und Mühen haben sich gelohnt. Danke an alle, die uns dabei geholfen haben", freut sich Sigrun Knäbel am Abend sichtlich erleichtert und für den ganzen Verein

Ein nächstes Vorhaben, in das unter anderem die Erlöse der Tombola und Spenden des Jubiläumsfestes fließen, sei die Erneuerung des Zaunes um das gesamte Objekt.

 

Bilder