Der Stadtrat von Möckern hat in seiner Sondersitzung beschlossen, dem Bau eines Windparkes in der Gemarkung Hobeck das gemeindliche Envernehmen - also die Zustimmung der Stadt - zu versagen. In dieser letzten Zusammenkunft des alten Gremiums kam natürlich auch etwas Abschiedsstimmung auf.

Möckern l In der Abschlusssitzung am Donnerstagabend bestätigten die Möckeraner Stadtratsmitglieder die Empfehlung des Bauausschusses und des Ortschaftsrates von Hobeck mit 22 Ja-Stimmen und einer Enthaltung.

Laut Ansicht der Stadtverwaltung ist nicht ersichtlich, wie die vier in Frage kommenden Grundstücke erschlossen werden sollen. Mit einer ähnlichen Begründung hatte der Stadtrat auch schon die Anträge aus Windparks bei Zeppernick und Rosian abgelehnt.

Es geht um vier Windkraftanlagen vom Typ Enercon E-115 mit einer Nabenhöhe von 149 Metern und einem Rotordurchmesser von 115 Metern, woraus sich eine Gesamthöhe von fast 207 Metern ergibt. Die Nennleistung der Anlagen wird mit je 3000 kW angegeben.

Die Firma Lorica Stegelitz GmbH Co. KG hatte sich für das Projekt ein Gebiet südlich von Hobeck ausgesucht, das "Kamerun" genannt wird. Es grenzt auf der anderen Seite an die Gemarkung von Lindau.

Dank für die Zusammenarbeit

Möckerns Stadtbürgermeister Frank von Holly dankte in der letzten Zusammenkunft dieses Stadtrates allen Mitgliedern für deren geleistete Arbeit und die Zusammenarbeit. "Es waren erfolgreiche fünf Jahre, in denen wir zwar nicht alles, aber vieles erreicht haben." Er übergab den Ratsleuten eine Flasche der Sonderedition "Möckeraner Ratswein" - wer mochte, bekam alternativ eine Flasche Saft. Dazu gab es eine Urkunde und einen Möckeraner Wappen-Pin. "Jeder von Ihnen soll sagen können, dass er einer der ersten war, die an dieser neuen Stadt Möckern mitgearbeitet haben", so Frank von Holly.

Termin der Sitzung unglücklich gewählt

Nicht alle Ratsleute der abgelaufenen Amtsperiode konnten ihr Dankeschön persönlich in Empfang nehmen. Von den 36 Ratsleuten waren nur 23 anwesend.

Vielleicht war dies dem Termin geschuldet, zu dem der Stadtbürgermeister eingeladen hatte. Zeitgleich zur Stadtratssitzungen schlug sich in Brasilien die deutsche Nationalelf den Weg ins Achtelfinale frei. Dazu Frank von Holly: "Ich entschuldige mich für den unglücklich gewählten Termin, aber ich hatte in der vergangenen Stadtratssitzung den Termin genannt, ohne dass Widerspruch kam. Erst am Montag rief mich ein Ratsmitglied an um zu fragen, ob der Termin verschoben werden könnte."

Doch eine Verschiebung auf die Zeit nach dem Abpfiff der Partie Deutschland - USA erschien dem Stadtobersten auch nicht richtig: "Wir haben noch bis zum 10. Juli Ratssitzungen in den Orten und im Stadtrat. So lange läuft auch noch die Weltmeisterschaft. Dann hätten wir alles verschieben müssen." Dies aber erschien dem nach eigenen Aussagen wenig fußball-interessierten Stadtbürgermeister unangemessen.

In den Ortschaften finden in der ersten Juliwoche die konstituierenden Sitzungen statt.