Im Rahmen des traditionellen Schüleraustausches zwischen den Gymnasien der Partnerstädte waren jetzt Jeveraner in Zerbst zu Gast.

Zerbst l "Ich habe sofort ja gesagt, als ich gefragt wurde, ob ich unseren Schüleraustausch nach Zerbst begleite", erzählt Antje Keck, Lehrerin am Mariengymnasium Jever. Vom Montag bis Freitag ist eine 16-köpfige Schülergruppe aus den 7. Klassen in die Partnerstadt gekommen. Ihre jetzigen Gastgeber vom Gymnasium Francisceum waren im Mai in Jever gewesen.

Für Antje Keck war es der zweite Besuch in Zerbst. "Vor 16 Jahren gehörte ich nämlich selbst noch als Schülerin zur Austauschgruppe", erklärt sie. Noch gut erinnert sie sich an die Betriebsbesichtigung der Zerbster Fleischwaren und an die tolle Gastfreundschaft. Mit ihrer damaligen Gastgeberin Claudia Ulrich habe sie sich noch ein paar Jahre geschrieben. Später sei, auch durch Abitur und Studium, der Kontakt leider "eingeschlafen".

Im Gegensatz zu damals habe sich heute ihr Blickwinkel geändert. "Ich achte unter anderem mehr auf die historischen Gebäude als damals, ebenso auf die Menschen", so Antje Keck.

"Viele Veränderungen und eine erfreuliche ,Normalität` im Umgang miteinander", stellt Werner Keck rückblickend fest. Er ist der zweite Jeveraner Begleiter und der Vater von Antje Keck. Vor allem ist er wie sie Lehrer am Jeveraner Gymnasium. Und - Werner Keck ist ganz wesentlich und federführend an der Entwicklung der Schüleraustausche mit Zerbst seit 1990, inzwischen auch mit dem tschechischen Trutnow, wie ebenso mit einer polnischen Schule beteiligt.

Am Mittwoch sind die Jeveraner Gäste und ihre Zerbster Gastgeber vom Bürgermeister Andreas Dittmann (SPD) in der Stadtverwaltung zu einem Imbiss empfangen worden und haben einiges über Stadt erfahren. Der Bürgermeister hob den Schüleraustausch als einen bedeutsamen Bestandteil der Partnerschaft zwischen Zerbst und Jever hervor, die 2015 ihren 25. Jahrestag erlebt.

Einen Tag zuvor stand die Landeshauptstadt Magdeburg auf dem Besuchsprogramm. Übereinstimmend bewerteten die beiden Jeveraner Paula Dirks (13) und Malte Hartwig (12) den Besuch des Elbauenparkes Magdeburg mit dem Kletterpark und dem Jahrtausendturm als ein besonders Erlebnis. So wie damals ihre Lehrerin lobten sie die herzliche Aufnahme und gute Betreuung in den Gastfamilien. Paula ist bei der Familie von Victoria Weferling in Walternienburg, Malte bei der von Thomas Koch in Zerbst zeitweise "zu Hause".

Aber auch das Francisceum hat die Jeveraner Gäste beeindruckt. Sie wurden vom Schulleiter Hans Henning Messer begrüßt und hatten Gelegenheit, in den Gastgeberklassen zeitweise am Unterricht teilzunehmen sowie die historische Francisceums-Bibliothek zu besuchen.

Am Donnerstag waren die Jeveraner und Zerbster auf naturwissenschaftlicher Entdeckertour der Auen-Landschaft im Biosphärenreservat mit Besuch des Umweltzentrums Ronney. Diese Einrichtung wurde im vorigen Jahr durch eine Initiative des Jeverschen Wochenblattes und weiterer friesischer Zeitungen mit einer großen finanziellen Hilfe bei der Beseitigung der Hochwasserschäden unterstützt. Eine Führung in der Zerbster Nicolaikirche, im "sportlichen Teil" des Besuchsprogramms wetterbedingtes bowlen statt baden und Zeit mit den Gastgeberfamilien rundeten den Aufenthalt ab.

Die beiden Keck-Lehrer waren zu Gast bei der Zerbster Lehrerin Marlies Voßfeldt, die seit Jahren die Schüleraustausche verantwortlich betreut. "Auch eine tolle Gastgeberin", stellt Antje Keck fest. Per Bahn ging es für die Jeveraner am Freitagmorgen in ihre Heimatstadt zurück.