Die Dauerausstellung des Zerbster Museums ist um ein eindrucksvolles Element reicher. Werke des heimischen Künstlers Günter Glombitza zieren einen neu gestalteten Raum, der anlässlich der 11. Museumsnacht erstmals zugänglich war.

Zerbst l Als "kleine Hommage" an Günter Glombitza bezeichnet Agnes-Almuth Griesbach den neu gestalteten Bereich innerhalb der Dauerausstellung des Museums am Weinberg. Lange ist der Raum des einstigen Klosters nicht zugänglich gewesen, nun wecken seine weißen Wände Erinnerungen an den 1984 viel zu früh verstorbenen Zerbster Künstler. Über 20 seiner Werke sind rund um das große Stadtmodell arrangiert - Aquarellentwürfe, Ölgemälde oder auch Kohlezeichnungen spiegeln die Vielfalt seines kreativen Wirkens wider. Seine Ton- und Gipsarbeiten und dass er ebenfalls gedrechselt hat, erwähnt Agnes-Almuth Griesbach nur. "Günter Glombitza hat die Kulturszene maßgeblich mitgeprägt", erklärt die Museumsleiterin und bedauert: "Seine Schaffenszeit war zu kurz."

So bleibt die Frage offen, ob sein letztes, 1983 entstandenes Werk "Irdische und Phantastisches" wirklich vollendet ist, das einem mit seinen leuchtenden Farben sofort ins Auge fällt. Zugleich steht es in Kontrast zu seinen frühen Werken. "Die gesamte Entwicklung seines Schaffens ist zu sehen", bemerkt Agnes-Almuth Griesbach, nachdem sie die vielen Gäste der 11. Museumsnacht in den erstmals zugänglichen Raum geführt hat. Die sehr gut besuchte, mit gastronomischen wie musikalischen Genüssen gespickte Veranstaltung am Freitagabend bietet den idealen Anlass, um diesen neu hergerichteten Teil offiziell zu eröffnen.

Unter den Anwesenden befinden sich die beiden Söhne von Günter Glombitza und seine Witwe Karin Bürkner, die einige der Werke als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt hat. Weitere kamen - neben Linoldrucken aus dem Museumsfundus - vom Zerbster Wolfgang Berkling sowie Nadja Wozniak aus Berlin, die einst für Günter Glombitza Modell saß. "Wenn der eine oder andere noch Originale von ihm hat, können wir diese gern leihweise ausstellen", sagt die Museumsleiterin.

"Wir freuen uns als Familie, dass sein Ansehen gewahrt wird und seine Werke nicht irgendwo verstauben", ergreift Tobias Glombitza das Wort. Fast sei er im Vergessenen gelandet, sagt Karin Bürkner. "Und jetzt haben wir den schönen Raum", ist sie glücklich über das Gedenken an ihren verstorbenen Mann. Dass dieses vielleicht auch Perspektiven aufzeigt, hofft Agnes-Almuth Griesbach und blickt dabei zu den ebenfalls künstlerisch begabten und als Steinmetze tätigen Söhnen hinüber. "2015 haben wir die 50. Zerbster Kulturfesttage", motiviert sie diese, sich an der Jubiläumsausgabe zu beteiligen. "Eine Idee habe ich da schon", erklärt Sebastian Glombitza lächelnd, ohne mehr zu verraten.