@Von Daiel:Von Daniela Apel

Zerbst l Zauberhafte Harfenklänge erfüllen die St. Bartholomäikirche. Gebannt lauschen die über 70 Zuhörer dem herrlichen Spiel der Nachwuchsmusiker. Zwischen sieben und 14 Jahren sind die jungen Talente alt, die eines eint: Sie lernen bei Rita Hartobanu das Spiel auf dem Zupfinstrument. Seit nunmehr fünf Jahren betreut sie eine Harfenklasse an der Zerbster Musikschule "Johann Friedrich Fasch".

Das Jubiläum wird an diesem Sonnabendnachmittag mit einem wundervollen Konzert begangen, bei dem nicht nur ihre Schützlinge aus Zerbst, sondern ebenfalls aus Coswig das Publikum auf eine musikalische Weltreise mitnehmen. Bei ihren abwechslungsreichen Stopps in Frankreich, Italien, England oder auch Lateinamerika und Kuba spiegelt sich die reizvolle Klangvielfalt der Harfen wider. Zarte, romantische Melodien stehen in harmonischem Kontrast zu kräftigen, charaktervollen Tönen, während Finger über die Saiten gleiten. Auch der hölzerne Klangkörper wird bei einzelnen Kompositionen eingebunden.

Neben deutschen Volksliedern zum Auftakt dringen Werke von Georg Friedrich Händel und Johann Sebastian Bach oder auch William Croft und Gabriel de Saint-Quentin durch das Gotteshaus. Dabei überzeugen die zwölf Mädchen und der eine Junge im Ensemble genauso wie als Quartett und als Solisten. Während einige bereits reichlich Erfahrungen haben, ist für vier von ihnen der Auftritt in St. Bartholomäi ihr allererster. Manche spielen bereits seit fast fünf Jahren Harfe, andere erst zwei Monaten, wie Rita Hartobanu erzählt. Sie ist stolz auf ihre Schüler, die insgesamt bereits über 300 Konzerte gestaltet haben. Von 28 musikalischen Wettbewerben kehrten sie mit 36 Preisen heim, sogar Bundespreisträger befinden sich darunter. Auch die Landesförderung, die drei von ihnen erhalten, zeugt von der Begabung ihrer Schützlinge.

Glücklich über diesen Erfolg ist ebenfalls Rainer Gräßler. Der Leiter der Kreismusikschule "Fasch" schildert, wie er Rita Hartobanu vor sechs Jahren bei "Jugend musiziert" kennenlernte und sie ihn auf die Idee brachte, die Harfe in das Lehrangebot mit aufzunehmen. In den bestehenden Percussionklassen an den Schulen hörten sie sich daraufhin nach Interessenten um. Auch von der Anschaffung der ersten Harfen mit Unterstützung des Fördervereins der Musikschule und von Sponsoren berichtet Gräßler.

Inzwischen hat sich die Harfenklasse etabliert, setzt sich aktuell aus sieben Nachwuchsmusikern zusammen. Daneben unterrichtet Rita Hartobanu in Coswig sechs weitere Schützlinge, die immer mal wieder gemeinsam mit den Zerbstern spielen und auch mit ihnen zusammen an Wettbewerben teilnehmen. Darüber hinaus betreut sie in Helmstedt vier Schüler. Und dass sie ihre Aufgabe hervorragend macht, das erleben die Konzertbesucher hautnah. Begeistert spenden sie Applaus für die beeindruckenden Harfenklänge.