Das Palast- und Parkensemble Zarizyno bei Moskau steht im Mittelpunkt einer Bilderausstellung, die der Internationale Förderverein "Katharina II." präsentiert. Am Sonntag wurde sie in den vom Verein genutzten Räumen im Schloss eröffnet.

Zerbst l Im Jahre 1775 besuchte Katharina II. das Landgut "Tschornaja Grjas" (Schwarzer Schlamm) in der Nähe von Moskau. In einem Brief schrieb sie: "Ich habe es Zarizyno genannt und nach allgemeiner Meinung ist es ein Paradies." Sie beauftragte Architekten, um dort ihre neue Residenz zu errichten, ein Ensemble mit mehreren Schlössern, Brücken, Parkanlagen...

Später ließ das Interesse der Zarin an Zarizyno nach. Fertige Gebäude mussten wieder abgerissen werden, ein neues Projekt wurde in Angriff genommen, jedoch nie in Gänze realisiert. Mit der Thronbesteigung von Katharinas Sohn Paul I. wurde die Bautätigkeit gänzlich eingestellt.

Über zwei Jahrhunderte blieben die fertigen und teilbegonnenen Anlagen als Ruinen stehen. 2004 übernahm die Stadt Moskau dieses Ensemble. Aufwändige Restaurierungsarbeiten wurden 2007 mit Hilfe staatlicher Mittel und vor allem von Sponsorengeldern abgeschlossen. Unter anderem befindet sich in einem der Schlösser ein Museum, eine "Moskauer Eremitage". Sechs bis sieben Millionen in- und ausländische Gäste besuchen inzwischen alljährlich dieses herausragende Palast- und Park- ensemble.

Die Bilderausstellung in Zerbst wurde, von der Idee bis zur praktischen Realisierung, vom russischen Unternehmer Yurij Korolkov mit aktiver Unterstützung des in Zerbst lebenden Wladimir Teslenko, Ehrenmitglied des Katharina-Vereins, initiiert. Sie haben dem Verein diese aus 23 Bildtafeln bestehende Schau als Dauerausstellung geschenkt. "Wir danken sehr für diese großzügige Bereitstellung und hoffen, dass unsere Städte und Länder dadurch wieder ein Stück näher rücken", so die Vereinsvorsitzende Tatyana Nindel. Sie informierte, dass der Vorstand der nächsten Jahreshauptversammlung vorschlagen werde, Vereinsmitglied Korolkov ebenfalls als Ehrenmitglied zu ernennen.

"Da mich Leben und Werk Katharina II. sehr interessieren, hat mich der Weg nach Zerbst geführt", erzählt Korolkov. So sei die Idee entstanden, die Zerbster mit diesem Teil der mit der Zarin in Verbindung stehende Historie bekannt zu machen. Vorausgegangen war dem im April ein Gespräch bei Bürgermeister Andreas Dittmann (SPD), bei dem es neben diesem Projekt auch um die Möglichkeit einer Zerbster Präsentation in Zarizyno ging (die Volksstimme berichtete).

Ein Teil der jetzt im Schloss zu sehenden großflächigen Bildtafeln sind Reproduktionen von historischen Stichen zur Krönungszeremonie der Zarin, die sich im Original im Schloss Zarizyno befinden. Gezeigt werden unter anderem einige Porträts, die Krönungszeremonie in der Uspenski-Kathedrale im Moskauer Kreml selbst, das Abendmahl der Zarin, das Feuerwerk zur Krönung am 22. September 1762 und ein Stich von Krönungsfeuerwerk in Zerbst. Diese "Zeitzeugen" von Katharinas Krönung sind nur in Zarizyno und nun auch in Zerbst zu sehen.

Mehrheitlich Farbfotografien lassen im Vorher-Nachher-Vergleich einerseits die aufwändige Rekonstruktion nachempfinden und andererseits vermitteln sie einen Eindruck von der Größe und Vielfalt des Ensembles.

Die Detailinformationen an den einzelnen Bildern sind zweisprachig - deutsch und-russisch - gestaltet.