Drei Tage dauerte das diesjährige, nunmehr 17. Dobritzer Schützen- und Backofenfest am vergangenen Wochenende. Gemeinsam vorbereitet und durchgeführt wurde es vom Schützenverein Dobritz 1991 und vom Dobritzer Heimatverein `07.

Dobritz l "Wir haben die einzelnen Aufgaben abgestimmt. Neben unseren Mitgliedern unterstützen uns auch weitere freiwillige Helfer", erzählen die Heimatvereinsvorsitzende Bianka Villwock und Elard Schmidt, 1. Vorsitzender des Schützenvereins. Auch "die Gemeinde" ist mit "im Boot". Ortsbürgermeisterin Margrit Eiserbeck hat sich um die musikalische Nachmittagsunterhaltung gekümmert und auch den Wanderpokal im Bierglasschieben ausgelobt.

Das Hauptgeschehen spielt sich auf dem Festgelände rund um den historischen Backofen ab. "Den haben wir zur 700-Jahrfeier unserer Gemeinde 1985 wieder nutzbar gemacht", erinnert sich Roland Pfeffer, einer der damaligen Aktiven.

Insgesamt 18 große Bleche Kuchen schob die Backofencrew des Dobritzer Heimatvereins mit Volkmar Metzker, Wolfgang Boggasch, Rudi Felgenträger und Sebastian Skuppin am Sonnabend in den historischen Ofen. Aufgeschnitten ergaben das insgesamt 972 Stücke in den Sorten Speckkuchen, Kirschkuchen, Zuckerkuchen und Streuselkuchen.

Fleißige Frauen haben die Kuchen im Vereinshaus zum Abbacken vorbereitet, die vom Transportverantwortlichen Marko Thiemann zum Ofen gebracht wurden. "Ein Abbacken in den mit Reisig auf Temperatur gebrachten Backofen dauert pro Durchgang etwa 20 Minuten", erklärt Volkmar Metzger, Hauptakteur mit dem Schieber. Schnell bildete sich im Festzelt am Kuchenstand eine lange Schlange. Sehnsüchtig und geduldig wurde auf die nächste "Lieferung" gewartet.

Wer über das Festgelände schlenderte, dem fielen bunte Uniformen auf. Der Dobritzer Schützenverein, zu dem auch seit 2006 das "Erste Herzöglich Anhaltische Artillerieregiment 93" gehört, hat unter anderem Artilleristen aus Belzig, die 1. Sächsische Artilleriekompanie August des Starken aus Erlbach-Kirchberg und den Schützenverein Moorhuhn aus den thüringischen Hartmannsdorf eingeladen. Sie verbrachten die Dobritzer Tage im Biwak auf der Kirchwiese. Übrigens, so Elard Schmidt, haben die Dobritzer Artilleristen bei der Deutschen Meisterschaft im Kanonenschießen am Freitag in Altengrabow den 3. Platz unter neun Teilnehmern erreicht.

Bei einem Schützenappell wurde am Sonnabendabend der nach einem dreiteiligen vereinsinternen Wettkampf ermittelte Schützenkönig 2014 proklamiert. Diese Ehre hat Ronny Ostwald aus Roßlau. Ihm wurde vom vorjährigen König Sebastian Elß die prunkvolle Schützenkette übergeben. Ehefrau Katrin bekam von Elard Schmidt die Königskrone aufgesetzt. Eine Fanfare von DJ Zimmermann und zwei laute Böllerschüsse leiteten die Zeremonie ein, die ein Tanz des Königspaares zum Lied "Atemlos" von Helene Fischer abschloss. Erste Amtshandlung für den neuen Schützenkönig war die Eröffnung des anschließenden Schützenballs.

In einem für jedermann offenen Wettkampf direkt am Rand des Festgeländes wurde um den Titel des Vogelkönigs geschossen. Nach Stechen gab es folgendes Ergebnis: Vogelkönig wurde Carsten Pfeffer aus Werder vor Birgit Gericke aus Zerbst und dem Einheimischen Edgar Pfeffer.

Das bunte Festprogramm am Sonnabendnachmittag regte zum Mitmachen oder auch nur zum Zuschauen und Zuhören an. Laiensportlich gab es das Kegeln und das beliebte Bierglasschieben für groß und klein. Die Jüngsten vom Tanzclub Zerbst zeigten unter anderem Twist und Tango, während die Kinder-Zumba-Tanzgruppe aus Nedlitz eine flotte Modetanzakrobatik-Show präsentierte. Rhythmisch dominant stellte sich die Percussionstruppe El ab Surdo aus Zerbst vor.

Was am Freitagabend von den Mitgliedern der Jugendfeuerwehr mit dem traditionellen Einsammeln der Eier begonnen wurde, fand am Sonntag ab 11.30 Uhr mit dem gemeinsamen Eibackessen seinen Höhepunkt.

   

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