Unter den Schul-Top-Ten der letzten zehn Jahre kommen die diesjährigen 60 Absolventen des Gymnasiums Francisceum auf den Bronzeplatz. Der Abitur-Jahrgang 2014 hat einen Durchschnitt von 2,5 erreicht.

Zerbst l Der Katharina-Saal der Zerbster Stadthalle bot auch in diesem Jahr den würdigen Rahmen für die feierliche Zeugnisübergabe des Gymnasiums Francisceum. Schulleiter Hans Henning Messer führte seinen Abiturjahrgang 2014 am Sonnabendmorgen beim Einzug an.

In seiner Festrede ließ Hans Henning Messer ein wenig Fußball-Weltmeisterschafts-Bezug anklingen. "Für alle, die in irgendeiner Weise - unmittelbar oder mittelbar - an der ,Operation Abitur` beteiligt waren, bedeutet dieser Tag Befreiung und Erlösung", sagte er, verbunden mit den Glückwünschen an die 60 Absolventen, die die Allgemeine Hochschulreife erreicht haben. Das sei keine Hauruck-Aktion gewesen, sondern ein Unternehmen nach einem mindestens 12- bis 13-jährigen Entwicklungsprozess.

Dabei sei der "geistige Höhenflug" der Abiturienten nur möglich gewesen, weil deren "privates Umfeld all die Jahre die Last des Anfeuerns, Abfragens, Ermunterns, ins Gewissen Redens, Meckerns, guten Willen Zeigens und Mitzitterns auf sich genommen" habe. Die Eltern und Erziehungsberechtigten hätten sich dabei in der Rolle eines Trainers befunden, "der zwar nicht spielt, aber dennoch die Prügel einstecken muss, wenn seine Mannschaft verliert".

Soviel Wissen wie nie

Den Schülern machte der Schulleiter deutlich, dass sie "mit der erfolgreichen Abiturprüfung einen ganz besonderen Zeitpunkt erreicht haben". Den nämlich, an dem sie das am weitesten gefächertste Wissen ihres Lebens haben. "Nie wieder werden Sie auf so vielen und unterschiedlichen Gebieten vergleichsweise so viel wissen wie heute", so Messer, der das und den Wert des Wissens im Folgenden in seiner Rede untersetzte.

Aufgabe der Schule sei es gewesen, die Schüler "einzuführen in das Grundwissen unserer europäischen Kultur und unserer hochtechnisierten Zivilisation", pädagogischer Partner auf dem Weg des Lernens zu sein. Dabei habe sich das Francisceum als "geschützter Lern- und Erlebnisraum" verstanden, aber nicht als Elfenbeinturm. Vielmehr als eine Brücke, die den Flussübergang erleichtern und dazu ermutigen wollte, "zukünftig eigene Brücken zu bauen".

Hans Henning Messer sprach die Hoffnung aus, dass die Abiturienten das "altehrwürdige Francisceum" in bester Erinnerung behalten und ihm verbunden bleiben.

Mit einem Jahrgangsdurchschnitt von 2,5 haben die diesjährigen Absolventen den dritten Platz der letzten zehn Jahre erreicht. Nicole Zilski (1,1), Jakob Neumann (1,2), Lea-Jessica Strobel (1,3) und Martin Feldmann (1,4) erzielten hervorragende Leistungen. Weitere neun Schülerinnen und Schüler haben einen Abiturdurchschnitt von unter 2,0.

Gemeinsam mit den Klassenlehrern übergab der Schulleiter allen Abiturienten Zeugnisse und Blumen. Weiterhin wurden besondere Leistungen ausgezeichnet.

Verabschiedung

So ging der Preis der Deutschen Physikalischen Gesellschaft für das beste Physikabitur an Jakob Neumann. Gesellschaftliches Engagement und die Mitarbeit in Schülerfirmen wurden geehrt. Unter dem Jubel der Abiturienten dankte Hans Henning Messer den drei Klassenleitern Sylvia Finger, Christa Leich und Ditha Laube.

Für "kompetente und zuverlässige Arbeit in fast 40 Dienstjahren" würdigte er Christa Leich, Günter Krüger und Reinhard Werner, die in den Ruhestand verabschiedet worden.Stehende Ovationen gab es für Carolin Schreck und Elisabeth Markmann, die die "Worte der Abiturienten" vortrugen (die Volksstimme berichtet gesondert).

Schulchor und Kammerchor gestalteten die Zeugnisübergabe mit traditionellen Liedern wie "Alta trinita" oder "Nun zu guter Letzt" mit. Walentina Wachtel spielte solistisch am Klavier und begleitete die Zeugnisübergabe.

Lorbeerbekränzt zogen die Abiturienten zur Schule, wo sie ihren Jahresgangsstein enthüllten und einen Baum pflanzten. Dann stiegen bunte Luftballons in den Himmel.

   

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