Den Einsatz von 50 Feuerwehreinsatzkräften hat am Sonnabend ein Brand bei den ehemaligen Russenkasernen beim Flughafen Zerbst gefordert. Gegen 15.30 Uhr brach der Brand aus, erst gegen 20 Uhr zog die Feuerwehr ab. Die Kripo ermittelt. Es gibt Augenzeugen.

Zerbst l Riesige Rauchschwaden steigen am Sonnabendnachmittag über dem ehemaligen Flughafengelände bei Zerbst auf. Dunkel und dicht ist der Rauch und rollt sich in großen Wolken immer höher in den Himmel. "Es sah bedrohlich aus. Und man hörte es sogar aus der weiten Entfernung, wenn man am Feldrand stand, noch knacken", berichtet ein Augenzeuge, der anhielt, um Fotos zu schießen.

Pendelverkehr für Löschwasser

Um 15.42 Uhr trifft die Feuerwehr Zerbst bei den ehemaligen Kasernen auf dem Gelände ein, kurz darauf die Ortswehren Lindau, Deetz, Zernitz/Strinum und Buhlendorf. Eine Baracke, etwa 15 mal 30 Meter, steht in Flammen, ein "Vollbrand", wie es fachlich richtig bei der Feuerwehr heißt. Bei 31 Grad treten etwa 50 Kameraden in voller Montur den Einsatz an, der seine Schwierigkeiten in sich birgt. "Wir hatten mit der Zuwegung zu tun. Das Gelände ist sehr zugewachsen und schwer befahrbar, wir mussten Platz schaffen. Außerdem war die nächste Wasserentnahmestelle etwa einen Kilometer entfernt bei der Biogasanlage", beschreibt Einsatzleiter Fritz Maschke. Um diesen Umstand zu lösen, wurde ein Pendelverkehr von Löschtankwagen eingerichtet. Ein 4000-Liter-Fahrzeug, ein 2500-Liter-Fahrzeug und zwei 1500-Liter-Fahrzeuge betankten sich am Löschteich, um dann das benötigte Wasser am Einsatzort einspeisen zu können. "Das hat gut funktioniert", lobt der Einsatzleiter.

Täter erwartet Gefängnis und Geldstrafe

Auch der Verantwortliche für das Gelände der Getec, Chris Döhring, war vor Ort, um sich ein Bild zu machen. "Ich sah von weitem den Rauch ... Das sah wirklich gefährlich aus. Ich bin nur froh, dass keine Personen zu Schaden gekommen sind", sagt er. Er wurde vom Wachdienst auf dem Gelände informiert. "Unsere Sicherheitsleute haben noch junge Menschen gesehen, die geflüchtet sind, dann soll gleich der Brand ausgebrochen sein", gibt er an. Eine sofortige Maßnahme nach diesem Vorfall wird die Verstärkung des Wachpersonals auf dem Gelände sein, kündigt er an.

Die Kriminalpolizei nimmt jetzt die Ermittlungen auf und damit auch die Befragung der Augenzeugen. Bei Feststellung von Brandstiftung erwartet die Täter eine Freiheitsstrafe zwischen einem und zehn Jahren, Einsatzkosten der Feuerwehr von mehr als 10 000 Euro und natürlich die Kosten des Verfahrens und des Objektschadens.

   

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