Die Kleingartenanlage "Am Wasserturm" feierte am Wochenende ihr traditionelles Sommerfest. 2014 hatte es einen ganz besonderen Anlass: Die Anlage besteht seit 110 Jahren und ist die älteste in Zerbst.

Zerbst l Mehr und mehr Besucher machten sich am Sonnabend auf den Weg in die Kleingartenanlage "Am Wasserturm". Das dortige Sommerfest ist seit vielen Jahr weithin bekannt und zieht auch so manchen Nicht-Kleingärtner an.

Es war auch die erste Feuerprobe des im Juni neu gewählten Vorstandes. Mit Jens Heinze ist einer von drei "Neuen" in den Vorstand gewählt worden und er sogar zum Vorsitzenden. Jana Hoffmann, die mit ihrem Vater Frank viele Jahre die Vorstandsarbeit auf ihren Schultern trug, war daran nicht ganz unschuldig. "Ich habe die neuen Pächter ja gleich an der Strippe und frage sie auch, ob sie sich eine solche Aufgabe vorstellen können", erzählt Jana Hoffmann. Jens Heinze konnte das. Seit gut einem Jahr hat er eine Parzelle in der Kleingartenanlage und stand Jana Hoffmann schon mehrfach helfend zur Seite. "Bei der Vorstandswahl bot er an, mir bei den Pachtverträgen und solchen Dingen zu helfen", erinnert sich die stellvertretende Vorsitzende. Mit den Worten "Glückwunsch, dieser Posten heißt bei uns Vorsitz", waren dann die Weichen gestellt.

Die jungen und die erfahrenen Vorstandsmitglieder haben ein buntes Fest auf die Beine gestellt - und das alles in ihrer Freizeit. Zahlreiche Vereine unterhielten das Publikum mit Tanz und Musik, es gab Spielangebote für die Kinder, im Kegeln und Schießen konnten Klein und Groß ihr Können zeigen und um Preis kämpfen, die Tombola-Lose waren heiß begehrt und nicht zuletzt das Kuchenbufett wurde reichlich in Anspruch genommen.

Die mit 110 Jahre älteste Kleingartenanlage der Stadt feiert traditionell drei Feste im Jahr. Neben dem Gartenfest im Sommer gibt es das Herbstfest und das Osterfeuer.

Erinnerungen an das rege Vereinsleben in dieser Anlage sind auch in der Vereinschronik zu finden. Unter der Leitung von Heinrich Kase und Dieter Feick, erarbeiteten zwölf Vereinsmitglieder diese Chronik zum 100. Geburtstag der Anlage. "Sie waren dafür überall. In Leipzig, in Magdeburg, in Dessau - über ein Jahr lang gab es quasi kein Familienleben", erinnert sich Johanna Feick, seit 46 Jahren Kleingärtnerin in dieser Anlage, an diese Zeit zurück. Stolze 62 Seiten umfasst das Werk, das reißenden Absatz bei der Jubiläumsfeier 2004 fand. Mittlerweile sind all jene Mitglieder der AG "Chronik 100" verstorben. Und auch die Weiterführung der Chronik ist ins Stocken geraten. Die Suche nach einem Vorstand und somit dem Erhalt des Vereinslebens hatte Vorrang. Die Anstrengungen von Jana und Frank Hoffmann haben sich gelohnt. Die Zukunft der Gartenanlage ist gesichert.

   

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