Reuden l Melodisch und rhythmisch geht es auf dem Hof des Forsthauses in Reuden zu. Der Verein "Hilfe für Tschernobylkinder in Brjansk" hat zum Tag der offenen Tür eingeladen. Und als besonderen Höhepunkt erwartet die Besucher echte russische Musik, vorgetragen von Hotycem und Anastasia Artamonow und ihren vier Kindern. Die Familie gehört zu der 15-köpfigen Gruppe, die in diesem Sommer im zweiten Durchgang zwei Wochen Urlaub in Reuden machen kann. "Als ich hörte, dass es in Brjansk eine sechsköpfige Familie gibt, in der alle ein Instrument spielen, wusste ich, dass sie unbedingt einmal bei uns Ferien machen sollten", freut sich Dr. Ljuba Schmidt, Vorsitzende des Vereins, über diesen Programmpunkt.

Aber nicht nur auf ihre besonderen Besucher ist sie stolz. "Wir konnten in diesem Jahr größere Gruppen einladen, weil wir das zweite Geschoss soweit ausgebaut haben, dass das Bauamt es abgenommen hat. So können jetzt 15 Leute ohne Probleme bei uns untergebracht werden", erzählt sie und betont, dass das ganze Haus zwar langsam saniert wurde, dafür aber nur mit Spenden - ohne Fördermittel. "Eigentlich wollte ich eine Tafel mit allen Spendern im Hausflur befestigen, wenn wir soweit sind wie jetzt. Aber dann stellte ich fest, dass ich dann alle Wände vollschreiben müsste, weil es so viele über die Jahre geworden sind", scherzt Schmidt. Seit 21 Jahren engagiert sie sich für russische Waisenkinder, fast genau so lange sind auch Vasili und Valentina Itzkowa von russischer Seite aus dabei. Valentina Itzkowa, ehemalige stellvertretende Leiterin eines Waisenhauses, hilft die Gruppen für die Ferienfahrt zusammenzustellen, erledigt den Papierkram bei den Behörden und dolmetscht, wenn sie mit in Deutschland ist. "Es ist ein unvergleichliches Projekt bei uns in der Region, deshalb helfe ich", sagt sie. Regelmäßig kommt auch sie zu Besuch nach Deutschland. "Es ist immer erstaunlich zu sehen, wie viel hier am Haus geschafft wurde", staunt sie. Vasili, der hauptsächlich für das Fahren verantwortlich ist, hat immer, wenn er in Reuden war, mit beim Ausbau des Hauses geholfen. Mit Stolz zeigt er die fertige zweite Etage. "Die Balken haben wir freigelegt, geschliffen und gestrichen", beschreibt er, wie ein großer Raum mit viel Fachwerk entstanden ist. Auf die Hilfe dieser und anderer Menschen ist der Verein angewiesen und dankbar. Liebevoll nennt Schmidt die beiden deshalb "die alte Garde".

   

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