20 Schüler des Wirtschaftskurses der 10. Klassen des Gymnasiums Francisceum waren eine Woche lang auf den Flugplatz beschäftigt. In einem mehrjährigen Projekt werden geschichtliche, ökonomische, ökologische und kulturelle Aspekte näher beleuchtet.

Zerbst l Mittlerweile stehen im Umfeld eines einstigen Flugzeughangars neun "Bäume des Jahres". Die jüngsten kamen diese Woche in die Erde: Die Bäume der Jahre 1993 und 1994 -Eibe und Speierling. Ziel des breit angelegten Projektes ist es, nach und nach sämtliche "Bäume des Jahres" seit 1989 auf dem Gelände zu pflanzen und zu pflegen. Während die Nadelbäume auf dem extrem sandig-trockenen Flugplatz-Boden weniger Probleme haben, steht es um manchen bereits gepflanzten Laubbaum nicht so gut. Eine Erle, im Jahr 2013 gepflanzt, hat es besonders schwer. "Hier haben wir Baumpflege betrieben, haben gewässert, verschnitten. Dies wird eine permanente Aufgabe bleiben", schätzte Geografie-Lehrer und Projektbetreuer Walter Grabow gestern ein.

Wichtige Baumpflege

Alle bereits gepflanzten Bäume wurden gepflegt. Einzelnstehende wiesen Wild-Verbiss auf, die Schüler konterten nun mit Drahtgeflechten als Schutz. Auch die in einem umzäunten Bereich gesetzten Schößlinge wurden gepflegt. Zugleich wurde ihr Zustand dokumentiert: Befund, Austrieb, Veränderungen gegenüber 2013 werden so sichtbar. Eine gute Übung für angehende Botaniker, aber auch demnächst erwachsene Gymnasiasten, wenn sie der Hobby-Gärtnerei nachgehen.

Zudem haben die Schüler die bereits 2013 begonnene Beschilderung einzelner "Jahresbäume" fortgesetzt. Die vor einem Jahr angebrachten, lediglich in Folien verpackten Informationsblätter müssten, so Grabow, besser auf wetterfesten Materialien aufgebracht werden. "Dies soll demnächst auch erfolgen, so dass Besucher des Geländes auch tatsächlich nutzbare Info-Tafeln vorfinden."

Shelter strahlend weiß

Ansonsten haben sich die 20 Schüler in der diesjährigen Projektwoche erneut der Gestaltung des Shelters gewidmet. War er im vorigen Jahr bis auf etwa zwei Meter Höhe neu geweißt worden, stiegen die Schüler jetzt auf ein Malergerüst, um das Hangar-Innere komplett zu weißen. Das Gebäude diente einst als Kampfjet-Garage, nunmehr soll es mehr und mehr zum Veranstaltungsort werden. Und auch oberhalb des Shelter-Hügels legten die Schüler Hand an, entfernten Bewuchs, säuberten die Plattform.

Übergreifendes Element der Projektwoche war die Dokumentation der Schüler-Tätigkeiten. Hierzu gehörte jedoch auch die Zustandsbeschreibung des 2013 angelegten Insekten-Hotels. "Eine Bienenart hat sich hier bereits tatsächlich angesiedelt", so Grabow.

Arbeiten dokumentiert

"Ich finde es prima, dass hier so viele verschiedene Aspekte verknüpft sind", meint Clemens Knoche. Gemeinsam mit Lukas Hybotter dokumentiert er, was die Mitschüler in der heute zu Ende gehenden Projektwoche geleistet haben. Beim gemeinsamen Grillen wird ihre Dokumentation heute Vormittag vorgestellt. Bereits gestern konnten sich die Schüler einen Eindruck von der umfassenden energetischen Nutzung des Flugplatzes durch den Platzbesitzer Getec AG verschaffen. Getec-Mitarbeiter Ralf Schmidt nahm die Gruppe entlang der Solarfelder mit hinüber zur Bioraffinerie, die erst im Frühjahr in Betrieb ging. Demnächst werden noch zehn Windräder errichtet.